Medien
Schluss mit gratis

Berlin. Tageszeitungsverlage in Deutschland verlangen für digitale Inhalte immer häufiger Geld. Derzeit setzen 120 der insgesamt 344 Verlagshäuser auf Bezahlinhalte, wie der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die zunehmende mobile Nutzung habe auch die Einführung von Paid Content im Netz befördert, sagte der Digitalexperte des Verbandes, Holger Kansky. Der App-Markt habe eine neue Bezahlkultur angeregt.

Journalistische Angebote hätten davon profitiert, dass bezahlte Apps von Beginn an neben kostenlosen Angeboten existierten, erläuterte Kansky. Die Zeitungsverlage haben es grundsätzlich schwer, mit ihren Inhalten im Internet Geld zu verdienen. Sie beklagen eine "Kostenloskultur" unter den Nutzern. Sogenannte harte Bezahlschranken, bei denen ausschließlich zahlende Kunden Zugriff auf die Inhalte bekommen, nutzen nach BDZV-Angaben derzeit nur sechs Verlage.

Daneben gibt es Freemium-Modelle, bei denen nur Premium-Inhalte kostenpflichtig sind. 55 Prozent der Verlage bieten solche kombinierten Lösungen an.

Das Metered-Model nutzen 38 Prozent der Unternehmen. Dabei wird die Nutzung erst kostenpflichtig, wenn der User eine bestimmte Anzahl freier Zugriffe im Monat überschreitet. Auf das Spenden-Modell, bei dem die Nutzer um eine freiwillige Zahlung gebeten werden, setzen bisher nur die "Tageszeitung" (taz) und das "Neue Deutschland".
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