Mediziner kritisieren Internet-Recherche von Patienten auf eigene Faust
„Dr. Google“ nervt Ärzte

Viele Ärzte heißen es nicht gut, wenn Patienten zu ihrer Krankheit im Internet recherchieren und selbst Diagnosen erstellen. Bild: dpa

Gütersloh. (KNA) Mehr als die Hälfte der befragten deutschen Ärzte regt sich über Patienten auf, die sich per Internet über Krankheiten und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Online-Umfrage der Bertelsmann-Stiftung hervor. 45 Prozent kritisieren, dass die Recherche vielfach unangemessene Erwartungen und Ansprüche erzeuge.

Fast ein Drittel der Ärzte meint, dass das Selbstinformieren die Patienten meist verwirre und das Vertrauen zum Arzt beeinträchtige. Knapp ein Viertel der Mediziner rät Patienten sogar aktiv von der eigenständigen Recherche ab. Für fast alle niedergelassenen Ärzte hat sich in den vergangenen fünf Jahren der Trend zur Suche im Internet verstärkt. "Es ist eine unumkehrbare Entwicklung", sagt Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Nur rund 40 Prozent der Ärzte freuen sich über das Interesse der Patienten. Knapp zehn Prozent ärgern sich, dass der Patient sich mit seiner Frage nicht zuerst an die Mediziner gewandt hat. Die meisten Ärzte (56 Prozent) gaben an, in ihren Praxen selbst vertrauenswürdige Informationsmaterialien auszulegen. Knapp die Hälfte der Mediziner weist Patienten auf gute Quellen hin.
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