Meerschweinchen und Kaninchen lieben ein Leben im Außengehege
Ab nach draußen

Ein Gehege aus Holz, Draht und Plexiglas schützt die Tiere vor Fressfeinden wie Mardern und Greifvögeln. Bild: dpa/Markus Scholz

Berlin. Ob jetzt im Frühjahr oder dann auch das ganze Jahr: Meerschweinchen und Kaninchen fühlen sich im Außenstall oft sehr wohl - vorausgesetzt der Halter hat den Tieren ein entsprechendes Zuhause eingerichtet. Für Jungtiere, trächtige Weibchen sowie Nackt-Züchtungen ist es im Winter allerdings zu kalt. "Und wenn die Tiere mal krank werden, müssen sie auch ins Haus", mahnt Sarah Ross von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten.

Außerdem sollten die Tiere langsam an das Leben im Freien gewöhnt werden. "Am besten fängt man damit im Frühjahr an. Da kann sich das Fell an den jeweiligen Temperaturwechsel anpassen", erklärt die Expertin. Von einem beliebigen Wechsel zwischen draußen und drinnen rät sie ab. Dabei komme die körpereigene Temperaturregulation der Tiere durcheinander, und die Erkältungsgefahr wachse.

Damit sich die gesunden und erwachsenen Tiere im Freien richtig wohlfühlen, müssen Größe und Standort des Außengeheges richtig gewählt sein. "Egal welche Bauart bevorzugt wird, die Tiere brauchen Wetter- und Sonnenschutz", erklärt Andreas Reinert, Präsident des Vereins Meerschweinchenfreunde Deutschland. Um die Nager vor direkter Sonne zu schützen, sollte das Gehege Richtung Nordosten ausgerichtet sein, rät Peter Mickmann vom Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter. Ist es nass, kalt und windig, brauchen die Tiere einen trockenen und isolierten Unterschlupf.

Als Material eignen sich vor allem Holz und Stein in Verbindung mit Draht. Als Windschutz kann eine Plexiglasscheibe zur Wetterseite nützlich sein. Auf jeden Fall muss das Gehege mit vier Wänden und einem Dach rundum gesichert sein. Das schützt zum einen vor dem Ausbüchsen der Tiere, zum anderen aber auch vor Fressfeinden wie Marder, Fuchs und Mäusebussard. Die Tiere brauchen ein trockenes Häuschen mit mindestens zwei Ausgängen. "Das Häuschen sollte nicht direkt auf dem Boden stehen, damit der Bodenfrost nicht einzieht", sagt Reinert. Als Unterlage am Ruheplatz eignen sich Hobelspäne. Um sich warm zu halten, kuscheln sich die Tiere dann beim Schlafen aneinander. "Das nennt sich Kontaktliegen", erklärt Ross.
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