Mehr Jugendliche sterben an Legal-high-Konsum
Tod aus der Tüte

An sogenannten "Legal high"-Produkten sterben immer mehr Jugendliche in Bayern. Bild: dpa

Ob vermeintliches Badesalz oder eine Kräutermischung: Sogenannte "Legal highs" sind bei Jugendlichen gerade beliebt. Der Landkreis Schweinfurt startet ein neues Präventionsprojekt, weil die Todesfälle in Bayern in die Höhe geschnellt sind.

Gerolzhofen. Die kleinen bunten Tütchen bergen tödliche Gefahren: Zur Aufklärung über sogenannte "Legal highs" hat am Dienstag in Unterfranken ein neues Projekt begonnen. Gesundheitsamt, Jugendamt und Polizei in Stadt und Landkreis Schweinfurt riefen das Projekt "Flashback" ins Leben, weil sie gerade bei Jugendlichen hohen Aufklärungsbedarf über die Droge sehen. ",Legal highs' heißt für viele Schüler immer noch ,legal - dann wird das wohl nicht so schlimm sein'", erläuterte Projektleiterin Alexandra Göbel.

21 Todesfälle im Jahr 2015


Dass die Tütchen, die einfach über das Internet erhältlich sind, häufig gefährliche, hochgradig psychoaktive Substanzen enthielten und zum Tod oder zu schwerer Abhängigkeit führen könnten, sei unter Jugendlichen kaum bekannt. Entsprechend überrascht reagierten die Schüler: "Die häufigste Reaktion war ,Das hätte ich nicht gedacht'", sagte Göbel.

Die Zahl der Todesfälle durch die vermeintlich harmlosen Kräutermischungen ist in Bayern stark gestiegen. Nach Zahlen des Innenministeriums gab es 2013 einen einzigen Toten, ein Jahr später bereits zehn. 2015 verdoppelte sich ihre Zahl auf 21. Die meisten Toten gab es mit sieben Fällen in Schwaben.

Besonderes Problem bei den "neuen psychoaktiven Substanzen", wie "Legal highs" offiziell heißen, ist, dass ständig neue Stoffe auf den Markt kommen. So kommt der Staat mit der Aktualisierung des Betäubungsmittelgesetzes nicht hinterher.

80 neue Substanzen


"Laut der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle kommen jährlich mehr als 80 neue Substanzen auf den Drogenmarkt, Tendenz steigend", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Deshalb sei ein Gesetz in Planung, das ganze Stoffgruppen verbieten soll.

An der Realschule, an der das Schweinfurter Projekt am Dienstag zum ersten Mal Station machte, wurde den Schülern unter anderem ein "Kräutermischungs"-Tütchen gezeigt, dass einige der Bestandteile der Mischungen enthielt. Mit dabei: Nagellackentferner, Felgenreiniger, synthetisches Cannabis.
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