"Menschenfreundliche Hilfe", weil sie nichts kostet

Zum Artikel "Damit Flüchtlinge nicht dumm dastehen":

Auf den ersten Blick kann man natürlich nur zustimmen, wenn die freiwillige Hilfe pensionierter Lehrer(innen) bei der Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen öffentliche Anerkennung findet und diese Lehrkräfte von der Vorsitzenden Oberpfalz des BLLV, Ursula Schroll, als "hochsoziale Wesen" bezeichnet werden.

Auf den zweiten Blick jedoch verhüllt dieses Lob einen doppelten Skandal. Dessen Vorderseite betrifft die miserable Bezahlung und die Knebeldiktate vieler Arbeitsverträge für jene Menschen, die von Deutschunterricht für Ausländer leben müssen.

Und seine Rückseite betreffen die hohen Anforderungen bei Zusatzstudien und Prüfungen, die auch an fertig ausgebildete Lehrkräfte gestellt werden, wenn diese, ergänzend zu ihren Fächern, Deutschunterricht für Ausländer gegen Bezahlung erteilen wollen.

Bei pensionierten Lehrern hingegen, die das ehrenamtlich tun, kräht offenbar kein Hahn danach, ob sie (z. B. als ehemalige Mathematik- und Physiklehrer) sich für diese Tätigkeit speziell (nach-) qualifiziert haben.

Fazit: Das "hochsoziale Wesen" des (an sich selbstverständlich begrüßenswerten) Engagements pensionierter Lehrer scheint im Kern nicht in der menschenfreundlichen Hilfe für Ausländer an sich zu bestehen, sonder vor allem darin, dass sie kostenlos geleistet wird.

Dr. Hannsjörg Bergmann 92637 Weiden
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