Menschenraub, Erpressung, Mord
Lange Haft für Annelis Mörder

Die beiden Angeklagten (links und Zweiter von rechts) wurden wegen der Entführung und Ermordung der 17-jährigen Annelie zu lebenslanger beziehungsweise achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Bild: dpa

Markus B. und Norbert K. entführen im August 2015 Anneli-Marie. Sie brauchen 1,2 Millionen Euro. An das Geld kommen sie nicht, die 17-Jährige wird getötet. Das Gericht spricht beide Männer des Mordes schuldig.

Dresden. Die beiden Entführer der Unternehmertochter Anneli-Marie (17) sollen für Jahre ins Gefängnis. Das Dresdner Landgericht verurteilte Markus B. und Norbert K. wegen Mordes an der Schülerin in Tateinheit mit erpresserischem Menschenraub mit Todesfolge.

Revision möglich


Bei Haupttäter Markus B., der eine lebenslange Gefängnisstrafe erhielt, wurde zudem eine besondere Schwere der Schuld festgestellt. Sein Komplize Norbert K. soll laut Urteil der Schwurgerichtskammer für achteinhalb Jahre ins Gefängnis.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Angeklagten können dagegen Revision einlegen. Der heute 40-jährige Markus B. und der 62-jährige Norbert K. haben die Gymnasiastin nach Überzeugung der Kammer am 13. August 2015 im sächsischen Klipphausen entführt, um von ihrem Vater 1,2 Millionen Euro zu erpressen. An das Geld kamen sie jedoch nicht. Daraufhin wurde die Jugendliche bereits am nächsten Tag von dem jüngeren Täter erdrosselt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe für Markus B. gefordert, da er Anneli-Marie aus Angst vor Entdeckung rücksichtslos und brutal getötet habe. Zudem hatte sie die Feststellung der Schwere der Schuld beantragt.

Komplize kooperativ


Bei Norbert K. hatte die Anklage auf Mord durch Unterlassen plädiert, weil er die Jugendliche mehrfach hätte retten können. Da der 62-Jährige bei der Aufklärung half und im Gegensatz zu Markus B. nicht vorbestraft ist, hatte die Staatsanwaltschaft auf eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren plädiert.

Die Verteidigung sah dagegen keine Beweise für den Mordvorwurf gegen B. und hatte "im Zweifel zugunsten des Angeklagten" zwölf Jahre Freiheitsstrafe verlangt, der Anwalt von Norbert K. wegen Beihilfe vier Jahre und fünf Monate.
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