Mexikanischer Drogenboss
„El Chapos“ Flucht hat ein Ende

Joaquín Guzmán alias "El Chapo" (Mitte) bei seiner Festnahme durch Anti-Drogen-Spezialkräfte im February 2014. Im Jahr darauf floh der mächtige Drogenhändler spektakulär aus dem Gefängnis - jetzt wurde er wieder geschnappt. Archivbild: dpa

Mexiko-Stadt. Nach sechs Monaten auf der Flucht ist der mexikanische Drogenboss Joaquín „El Chapo“ Guzmán Loera erneut festgenommen worden. „Mission erfüllt. Wir haben ihn. Ich möchte den Mexikanern mitteilen, dass Joaquín Guzmán Loera festgenommen wurde“, schrieb Präsident Enrique Peña Nieto am Freitag auf Twitter.

Guzmán gilt als der mächtigste Drogenhändler der Welt. Der Chef des Sinaloa-Kartells sei bei einem Einsatz in Los Mochis im Bundesstaat Sinaloa im Westen des Landes gefasst worden, berichtete die Zeitung „Milenio“ unter Berufung auf Sicherheitskreise. Soldaten der Marineinfanterie hatten sich am Morgen in der Stadt eine Schießerei mit mutmaßlichen Bandenmitgliedern geliefert. Dabei seien fünf Angreifer getötet und sechs weitere festgenommen worden, teilte das Marineministerium mit. Ob „El Chapo“ bei diesem Einsatz gefasst wurde, war zunächst unklar.
Die USA begrüßten die Festnahme. „Die DEA ist sehr erfreut über die Festnahme von Chapo Guzmán. Wir gratulieren der mexikanischen Regierung und verneigen uns vor dem Mut, der zu seiner Festnahme beigetragen hat“, schrieb die US-Antidrogenbehörde DEA auf Twitter. Der Chef des Sinaloa-Kartells war vor einem halben Jahr aus einem Hochsicherheitsgefängnis im Zentrum von Mexiko getürmt und seitdem auf der Flucht. Er hatte durch einen 1,5 Kilometer langen Tunnel entkommen können. Mitte Oktober war das Militär dem Drogenbaron schon einmal dicht auf den Fersen, doch die Sicherheitskräfte verloren seine Spur.
„El Chapo“ könnte jetzt zügig an die USA ausgeliefert werden, wo mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen. Ein mexikanischer Bundesrichter hat die Überstellung des Kartellchefs bereits genehmigt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.