Mindestlohn: Wirklich ein "Monster"?
Briefe an die Redaktion

Zum Bericht "Vorreiter im Verborgenen" vom 2./3. März schreibt der stellvertretende Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Oberpfalz:

"Bürokratisches Monster" bzw. "Ungetüm" - wohl die seit Beschluss der Bundesregierung und des Parlamentes zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes am meisten verwendeten Worte. Auch bei der Jahreshauptversammlung der CSA in Weiden war dies Thema - unwidersprochen scheint aber die Aussage diesbezüglich von Stadtrat Hans Blum hingenommen worden zu sein.

Und niemand fragt nach, ob diese Behauptungen auch tatsächlich stimmen! Dass bei einigen Arbeitgebern wie Amazon Beschäftigte minutiös überwacht werden, wird nicht als "monströse" Überwachung wahrgenommen.

Ein Mindestlohn, dessen Einhaltung nicht überwacht werden kann, hätte nicht eingeführt werden müssen. Wir bieten als Verdi gerne einen Vordruck an, der den gesetzlichen Ansprüchen genügt. Da kann sich jede/r Bürger/in ein Bild davon machen, ob es sich bei der Überwachung des Mindestlohnes tatsächlich um ein "Monster" handelt - oder nicht um ein deutsches "Loch Ness"!

Karlheinz WinterAltenstadt

"Geld kann man nicht essen"

Zum Artikel: "Landräte beim Naturschutz eingeschränkt" vom 27. März schreibt die Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz:

Per Gesetz hat der Landtag mit CSU-Mehrheit verfügt, dass Landkreise Naturschutzflächen nur noch bis zu einer maximalen Größe von zehn Hektar ausweisen dürfen. Für größere Flächen sind zukünftig die Bezirksregierungen zuständig. In Weiden plant die Stadtverwaltung ein Gewerbegebiet "Weiden West IV", für das sukzessive 75 Hektar Wald gerodet werden (können). Dies zeigt deutlich den Stellenwert, den Naturschutz bei uns in Bayern hat. Dazu mag sich jeder Mensch seine eigenen Gedanken machen. "... und wenn der letzte Baum gerodet ist..., werden wir feststellen, dass man Geld nicht essen kann!"

Sonja Reichold Parkstein

Übersetzungshilfe angebracht

Zum Bericht "Zukunft ungewiss" vom 14./15. März über die Weidener Zukunftscoachin:

Nach dem Geo-Park-Ranger, der einsam auf Fury reitend den Stonewood durchstreift, gibt es nun den Zukunfts-Coach. Wird jetzt die Future ausgebildet oder die Zukunft gecoached? Gibt es eine Verbindung zur Relativitätstheorie? Welche Gedankengänge führten den Schöpfer dieses Wortes zur genannten Berufsbezeichnung?

In der Ausgabe des NT vom 27. März lautet die Überschrift eines Berichtes "Neuer Look für..." ("Look" gesprochen wie Ludwig auf Bayerisch). Der Leser erfährt, dass in Weiden nun vermutlich alle Geschäftsführer umschulen müssen zum Store-Manager!

Es wäre eine neue Rubrik in Ihrer Zeitung angebracht: Übersetzungshilfe Englisch-Deutsch. Eventuell könnte Herr Hubert Treml, Verfasser des Buches "Hawadere: Oberpfälzisch in 30 x 2 Minuten" (Verlag Stangl und Taubald) einen zweiten Band herausgeben. Titel: "Not ständing an the tube in the Oberpfalz änd the Einzelhandel: Denglisch in 30 x 2 Minuten". Erklärt werden könnten Begriffe wie Sale, Indoor-/Outdoor-Clothes, Basic-Style, Size, Must-have für Ihren Look usw...

Übrigens, nach dem gemeinsamen Abendessen ernennt meine Frau mich immer kurzfristig zum Kitchen-Manager - ich darf dann alleinverantwortlich den Küchendienst übernehmen und mir alle erforderlichen Arbeiten zuteilen. Nothing (nix) für ungut!

Christian GollwitzerWeiden

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