Mit den Händen arbeiten

Ausbildung im Handwerk:

Die Aussage, dass die Handwerksbetriebe an dieser Misere die alleinige Schuld tragen, stimmt so nicht. Die Handwerksbetriebe trifft sicher eine Teilschuld, doch die gleiche Schuld tragen auch die Auszubildenden, wenn sie realitätsfremde Forderungen stellen. Das Wort "Handwerk" sagt aus, dass auch mit der Hand angepackt werden muss, doch scheint es nicht mehr modern zu sein, mit den Händen zu "arbeiten". Ein weiterer Anklagepunkt ist, dass die Schulen zu weit entfernt sind. Dabei ist doch die eigentliche Frage: Wie soll es ermöglicht werden, dass in jeder Stadt für jeden Beruf eine Schule bereitgestellt wird? Wenn, wie in unseren Fall, in Bayern nur 15 Goldschmiede und auch im Uhrmacherhandwerk nur 15 Schüler pro Schuljahr anfallen, kann man nicht erwarten, dass in jeder Stadt eine Schule direkt vor der Haustür des Auszubildenden liegt.

Mich würde der "Wohnstandard des 21.Jahrhunderts" interessieren. Ist es heute nicht völlig normal, dass junge Erwachsene in einem Wohnheim oder in einer WG leben? Zur "schlechten Bezahlung": Die Betriebe investieren erst einmal Lehrgeld, bevor sie einen Nutzen haben. Darum ist es wichtig, dass sich jeder Auszubildende genauestens informiert.

Erich Gruhle, 92637 Weiden
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