Mit LNG ist eine dritte Gassorte für Autofahrer im Anmarsch
Flüssiges Erdgas

Mit flüssigem Erdgas (LNG) kommt nach LPG und CNG eine dritte Gassorte auf den deutschen Markt. Lkw-Hersteller haben bereits erste Fahrzeuge vorgestellt, die Genehmigungen zum Bau entsprechender Tankstellen sind erteilt.

In den USA, China und einigen europäischen Ländern wird LNG schon verkauft, nun ist der neuartige Kraftstoff auch reif für den deutschen Markt. LNG, also flüssiges Erdgas (Liquified Natural Gas) entsteht durch die Abkühlung komprimierten Erdgases auf -163 Grad Celsius und wird weltweit produziert.

In druckfesten Thermobehältern wird das verflüssigte Gas kühl gehalten und verspricht beim Einsatz in Verbrennungsmotoren größere Reichweiten als das gasförmig transportierte CNG (Compressed Natural Gas). Neben CNG und dem Flüssiggas LPG (Liquified Petroleum Gas), das als Nebenprodukt bei der Erdölförderung anfällt, wäre LNG damit eine weitere umweltfreundliche Alternative, die Autofahrer wählen können.

LNG-Iniator in Deutschland ist die Erdgas Mobil AG, in der Unternehmen die Durchsetzung alternativer Kraftstoffe vorantreiben. Gemeinsam mit dem TÜV Süd und gefördert von der Europäischen Union, hat Erdgas Mobil eine Mustergenehmigung für den Bau einer LNG-Tankstelle erhalten. Mit Eon steht auch ein Energiekonzern bereit, der LNG in ausreichender Menge herstellen und eine geeignete Infrastruktur schaffen will. Vorrangig soll LNG interessant für die Logistikbranche sein, also Spediteure. Denn deren Umstieg auf gasbetriebene Nutzfahrzeuge scheiterte bisher an den zu geringen Reichweiten mit LPG oder CNG und am Fehlen entsprechender Fahrzeuge. Hier kündigt sich nun ein Wandel an: Mit Iveco und Scania stellten zwei Hersteller auf der Nutzfahrzeug IAA in Hannover entsprechend modifizierte Fahrzeuge vor.

Die Europäische Union unterstützt die Einführung von LNG: Bis 2025 soll entlang der europäischen Hauptverkehrsrouten mindestens alle 400 Kilometer eine LNG-Tankstelle entstehen, erklärt Erdgas Mobil. Damit ist der Weg frei für den ökologisch und ökonomisch sinnvollen Langstreckenverkehr", kommentiert Erdgas Mobil-Geschäftsführer Dr. Timm Keller die Entwicklung.
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