Mitverantwortung für europäisches Finanz- und Schuldendesaster

Zu Helmut Schmidts Buch "Was ich noch sagen wollte":

Helmut Schmidt hat mit seiner hinterlassenen Hypothek von 308 Milliarden D-Mark, Rekordinflation und Arbeitslosigkeit den Einstieg in unseren Schuldenstaat eingeleitet. Und da sagt er in seinem Buch: Es zeichne politische Führer aus, nicht nur die nächste Wahl, sondern auch das langfristig Notwendige im Blick zu haben. Wenn das Pflichterfüllung nach Marc Aurel und ein Blick auf das langfristig Notwendige war, weiß er entweder nicht, was er sagt, oder er denkt, die Menschen merken nicht, wie er sich widerspricht. Zumindest kann man das Letztere annehmen. Wie sonst ist er der beliebteste Bundeskanzler?

Dass er Helmut Kohl als Provinzpolitiker bezeichnete (bevor dieser Kanzler wurde), war typisch für sein Mundwerk. Als Kohl in kürzester Zeit die Inflation von sieben auf unter ein Prozent senkte, von 1984 bis 1993 fast eine Million Arbeitsplätze (Vollzeit) schaffte und die jährliche Neuverschuldung ab 1986 unter den Betrag senkte, der für Zinsen gezahlt werden musste, sowie die Wiedervereinigung bestens managte, musste er diese Diffamierung zurück nehmen.

Schmidt hat Deutschland in die Schulden hineinregiert, und Gerhard Schröder hat dann mit der Verletzung der Maastrichtverträge die Euroländer zum Schuldenmachen animiert und trat - trotz massiver Warnungen - für die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone ein. Damit haben beide indirekt das europäische Finanz- und Schuldendesaster mit verursacht. Was sich bei der Eröffnung der EZB in Frankfurt abspielte, war ein Vorgeschmack darauf, wenn das "europäisch-finanzpolitische Pulverfass" (Hans-Werner Sinn) einmal explodiert. Andreas Deichl, Trisching
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