Mutmaßlicher Kindermörder Silvio S.
Ohne Gefühlsregung

Das Gesicht mit einem Aktenordner verdeckend wartet Silvio S. auf den Prozessbeginn. Bild: dpa

Potsdam. Der mutmaßliche Kindermörder Silvio S. soll bei der Polizei ohne Gefühlsregung geschildert haben, wie er den vierjährigen Mohamed erdrosselte. "Da war kein Mitgefühl", sagte eine Vernehmungsbeamtin am Dienstag im Prozess zum Tod der kleinen Jungen Mohamed und Elias. Die Kriminalbeamtin hatte mit S. nach dessen Festnahme im Oktober über die Tat gesprochen. "Er sagte, dass das sein musste, weil er Mohamed nicht ruhig bekommen hätte und er zur Arbeit musste."

S. arbeitete als Wachmann. Er soll Mohamed vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) entführt und missbraucht haben. Laut der Aussage des Angeklagten bei der Polizei musste der Vierjährige sterben, weil er sich nicht an den sexuellen Handlungen beteiligen wollte und zu quengeln begann. Silvio S. habe sich Sorgen gemacht, dass sein Vater im Haus aufmerksam werde, schilderte die Polizistin. "Er sagte, er habe Mohamed den Gürtel um den Hals gelegt und so lange zugezogen, bis er tot war", sagte die Polizistin. "Bei Schilderungen von sexuellen Handlungen kam ihm mehrfach ein Grinsen ins Gesicht", sagte der zweite vernehmende Polizist. Auf die Frage, wie es ihm selbst gerade gehe, soll Silvio S. der Beamtin zufolge "nicht so gut - weil man das nicht macht" gesagt haben. Dabei soll er "feuchte Augen" bekommen haben.

Die Anklage wirft dem 33-Jährigen aus Brandenburg die Entführung und Ermordung von Mohamed und Elias vor. Im Prozess verweigerte der Mann bisher die Aussage. Ein Urteil wird Ende Juli erwartet. Ermittler wollen zudem ein Bewegungsprofil von Silvio S. erstellen. Man erhoffe sich mögliche Hinweise auf ungeklärte Fälle von vermissten Kindern, sagte Staatsanwalt Peter Petersen am Dienstag in Potsdam.
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