Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Endlich, die Abitur-Prüfungen sind vorbei! Der nächste Baustein im Leben kann jetzt ein Studium an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) in Amberg oder Weiden sein, empfiehlt Dr. Wolfgang Weber, der dort für "Hochschulentwicklung und Kommunikation" zuständig ist.

Vor Kurzem haben die Oberpfälzer Abiturienten noch über Prüfungsaufgaben gebrütet, jetzt verlassen sie die Schulen. Was muss man tun, um sich an der OTH Amberg-Weiden noch rechtzeitig zu bewerben?

Dr. Wolfgang Weber:Zunächst einmal herzliche Gratulation zur Hochschulreife an alle frisch gebackenen Absolventinnen und Absolventen der Gymnasien, Fach- und Berufsoberschulen in unserer Region. Mit dem Abitur ist jetzt ein wichtiger Meilenstein nach vielen Jahren des Lernens in der Schule erfolgreich geschafft, der die Basis für den Einstieg in ein Studium ist. Die meisten Abiturientinnen und Abiturienten werden vorhaben, in wenigen Monaten, zum Wintersemester 2015/2016, und damit im Oktober diesen Jahres einen Studiengang aufzunehmen. Hierzu gibt es Bewerbungsfristen, die man beachten muss: Die Vorbereitungen für das kommende Wintersemester 2015/2016 sind an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden in vollem Gange. Bereits seit dem 1. Mai 2015 können Studieninteressierte ihre Anträge zur Aufnahme eines Studiums an der OTH Amberg-Weiden mit Beginn zum 1. Oktober 2015 einreichen, das Bewerbungsportal ist entsprechend freigeschaltet. Wichtig: Der Bewerbungszeitraum läuft bis zum 15. Juli 2015.

Wo muss ich mich bewerben?

Die Bewerbung für einen Studienbeginn zum Wintersemester 2015/2016 erfolgt online über die Startseite der Homepage der OTH Amberg-Weiden (www.oth-aw.de), Rubrik "Zur Online-Bewerbung". Die Anmeldung wird direkt bei der Hochschule eingereicht.

Was kann ich in Amberg studieren?

Die OTH in Amberg verzeichnet weiterhin ein starkes Interesse an einem technischen Studium. In Amberg werden die Bachelor-Studiengänge Elektro- und Informationstechnik, Angewandte Informatik, Medienproduktion und Medientechnik, Maschinenbau, Umwelttechnik, Erneuerbare Energien, Kunststofftechnik und Patentingenieurwesen angeboten. Aufbauend auf einem ersten Studienabschluss stehen in Amberg die Master-Studiengänge IT und Automation, Umwelttechnologie, Innovationsfokussierter Maschinenbau, Medientechnik und Medienproduktion sowie Applied Research in Engineering Sciences zur Auswahl.

Was wird in Weiden angeboten?

An der OTH in Weiden sind die Plätze in den Bachelor-Studiengängen Betriebswirtschaft, Handels- und Dienstleistungsmanagement, Wirtschaftsingenieurwesen, Medizintechnik sowie Internationales Technologiemanagement ebenso sehr begehrt. Anschließende Master-Studiengänge mit Studienort in Weiden sind Interkulturelles Unternehmens- und Technologiemanagement sowie Medizintechnik.

Wie sieht Ihr idealer Studienkandidat aus?

Interesse und Begeisterung für den ausgewählten Studiengang und damit das Fach mitzubringen, ist die ideale Voraussetzung für den Einstieg ins Studium und für einen erfolgreichen, motivierten Studienverlauf. Auch Durchhaltevermögen gehört dazu, für alle Phasen des Studiums. Sich bei Studienbeginn gut einzufinden und die Informationsangebote zum Semesterbeginn und danach zu nutzen, immer mitzulernen, die studentischen Freiheiten nicht überzustrapazieren, und sich mit Aufgeschlossenheit allem Neuen zu widmen, sind weitere wichtige Schritte. Wir freuen uns auch über Studierende, die sich neben dem eigentlichen Studium in das Hochschulleben aktiv einbringen, sei es in den Fachschaften, im Studentischen Konvent oder in freiwilligen studentischen Projekten wie dem Running-Snail-Racing-Team oder dem Qualitätszirkel.

Im vergangenen Wintersemester vermeldete die OTH Amberg-Weiden Rekorde bei den Studienanfängern. Kündigt sich heuer eine ähnliche Entwicklung an?

Wir haben im vergangenen Wintersemester 2014/2015 über 1 000 Studienanfängerinnen und Studienanfänger (ein Plus von 15,8 Prozent im Vergleich zum Wintersemester 2013/2014) und damit eine Rekordzahl, die sogar das Jahr 2011 mit dem doppelten Abiturjahrgang in Bayern übertraf, zum Studienbeginn begrüßt. In den 20 Studiengängen sind nun 3 500 Studentinnen und Studenten immatrikuliert. Dies ist umso mehr hervorzuheben, als das Ausbauziel der Hochschule in ihrer Gründungszeit 1 500 Studierende betrug. Die Bewerbungs- beziehungsweise Anmeldezeit zum kommenden Wintersemester 2015/2016 hat erst vor wenigen Wochen begonnen, und läuft noch bis zum 15. Juli 2015. Der Trend ist erneut positiv, die genaueren Zahlen können aber erst Mitte kommenden Monats feststehen.

Sind diese Zahlen für den einzelnen Studierenden positiv oder negativ?

Die Zahlen sind für die einzelnen Studierenden sehr positiv. Wir haben in den vergangenen Jahren auch aufgrund der steigenden Studierendenzahlen nicht nur unser Studienangebot, sondern auch die Kapazitäten in der Lehre und in der Betreuung der Studierenden im Rahmen der Ausbauplanung des Freistaates Bayern und einer Vielzahl weiterer Förderprogramme etwa auch des Bundes deutlich erweitert. Zudem sind die Rahmenbedingungen für das Studium weiter verbessert worden, denkt man etwa an die zusätzlichen Plätze in Studierendenwohnheimen, die Erweiterungen der Mensen in Amberg und Weiden, und die Bau-Investitionen etwa in ein neues Hörsaalgebäude oder in die Erweiterungen der Bibliothek.

Woran muss man beim Studieneinstieg denken?

Neben der Einreichung der Bewerbung um einen Studienplatz bis zum 15. Juli sollten die weiteren Termine, etwa mit Blick auf die Annahme des Studienplatzes und die Einschreibung, die von der Studentenkanzlei dann mitgeteilt werden, nicht versäumt werden. Auch bieten wir vor Studienbeginn wieder einen Mathematik-Vorbereitungskurs an. Die Begrüßung aller Erstsemester am 1. Oktober 2015 und die anschließende Führung durch die Hochschule in Amberg und Weiden bietet dann die Möglichkeit, sich schnell zurechtzufinden, die Ansprechpartner an der Hochschule und die Mit-Studierenden kennenzulernen. Am nächsten Tag beginnt dann bereits der Vorlesungsbetrieb.

Welche Studiengänge sind besonders beliebt?

Wir haben in drei Bachelor-Studiengängen ein örtliches Zulassungsverfahren, also einen Numerus Clausus (NC), eingeführt: Betriebswirtschaft, Handels- und Dienstleistungsmanagement sowie Medienproduktion und Medientechnik, da hier sehr viele Bewerbungen, auch Mehrfachbewerbungen, eingehen. Die genaue Höhe des NC steht aber erst nach Abschluss des Zulassungsverfahrens fest, denn es werden auch Nachrückverfahren durchgeführt. Man sollte sich daher nicht abschrecken lassen, sondern bei Interesse in jedem Fall die Bewerbung für den Studienplatz bei uns einreichen.

Studium versus Berufsausbildung: Lohnt sich der Gang an die Hochschule heute überhaupt noch oder macht mich die Akademikerschwemme zur bloßen Nummer auf dem Arbeitsmarkt?

Dass sich ein Studium lohnt, zeigt allein folgende Tatsache: Wir haben in der Zwischenzeit bereits 4 600 Absolventinnen und Absolventen in die Berufswelt verabschiedet, von denen 80 Prozent in der Hochschulregion arbeiten und leben. Die Berufschancen sind hervorragend. Wir sehen eher einen zunehmenden Fachkräftemangel, der sich im Zuge der demografischen Entwicklung und den hohen Qualifikationsanforderungen in der Wirtschaft noch verschärfen wird. Eine Akademikerschwemme kann ich schon deshalb nicht erkennen, weil unsere Absolventinnen und Absolventen sehr gut im Arbeitsmarkt aufgenommen werden, wozu auch die erwähnte Praxisorientierung des Studiums beiträgt. Und nicht wenige unserer Studierenden sind mit einer Berufsausbildung an die Hochschule zur Aufnahme des Studiums gekommen, oder sind in einer dualen Studienform - Verbundstudium mit einer Berufsausbildung oder ein Studium mit vertiefter Praxis - eingeschrieben.

Worin unterscheidet sich ein Studium an der OTH von einem Studium an einer Universität?

Das Studium an der OTH Amberg-Weiden ist wie insgesamt an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften praxisorientiert ausgerichtet. Der enge Schulterschluss kommt auch im Praktischen Studiensemester, das das gesamte fünfte Semester abdeckt und in einem Unternehmen absolviert wird, zum Ausdruck. Damit beträgt die Regelstudienzeit für das Bachelorstudium sieben Semester, bei Interesse kann dann noch ein dreisemestriges Masterstudium folgen. Die Bachelorarbeit wird weit überwiegend in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen angefertigt. Damit kommt insgesamt eine deutliche Anwendungsorientierung im Studium zum Ausdruck.

Welche Vorteile bietet ein heimatnahes Studium?

Hier sind neben dem attraktiven Studienangebot der OTH Amberg-Weiden mit hervorragenden Berufsperspektiven natürlich der Kostenaspekt und die sehr guten, weiteren Ausgangsbedingungen für ein erfolgreiches Studium zu erwähnen, so etwa der recht ausgeglichene Wohnungsmarkt und ein Studium, das nicht von Anonymität geprägt ist.

Sie stammen aus Weiden und haben in Bayreuth ebenfalls heimatnah studiert. War das damals eine gute Entscheidung?

In den 80er Jahren, der Zeit meines Studiums in Bayreuth, haben selbst kühnste Optimisten nicht daran gedacht, dass Weiden und Amberg einmal Hochschulstädte werden, so dass diejenigen von uns, die nach dem Abitur studierten, weggehen mussten. Ein Studium aufzunehmen, war in jedem Fall eine gute Entscheidung, und die Oberpfalz bietet heute mehr denn je eine Vielzahl von beruflichen Möglichkeiten. Ich finde, die nördliche und mittlere Oberpfalz hat sich zu einer Gewinner-Region mit einer enorm hohen Lebensqualität entwickelt, in der es sich lohnt, zu studieren und nach dem Studium hier zu bleiben.
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