Nach Fund von DNA-Spuren bei Peggy
Thüringer Sonderkommission nimmt Arbeit auf

Polizisten der bayerischen Bereitschaftspolizei 2001 bei Bad Steben (Landkreis Hof) auf der Suche nach Peggy. Archivbild: dpa

Bayreuth/Jena. Die DNA-Spur des mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt am Fundort der getöteten Schülerin Peggy gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth schließt eine Verunreinigung der Probe nach wie vor nicht aus. Eine 15-köpfige Sonderkommission der Thüringer Polizei rollt jetzt drei ungeklärte Todesfälle von Kindern in und um Jena neu auf.

Die Ermittler wollen den Weg der Gen-Spur genau nachvollziehen. "Wie ist sie an den Fundort gekommen und wie zur Untersuchung?", sagte am Montag der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. Es müsse zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass die DNA-Spur durch einen Zufall oder aus Versehen mit dem Fall in Verbindung gebracht wurde.

Mutter "sehr ergriffen"


Die neuesten Entwicklungen im Fall Peggy haben deren Familie in die Zeit vor 15 Jahren zurückversetzt. "Über eine mögliche Verbindung zum NSU war Peggys Mutter sehr ergriffen und bestürzt", sagte deren Rechtsanwältin Ramona Hoyer. Es stelle sich die Frage, wann Peggy nun "nach Hause" kommen könne und ihr Leichnam freigegeben werde. Ob es tatsächlich einen an Peggys Mutter adressierten "Hassbrief" aus der Neonazi-Szene gab, wollte Hoyer weder dementieren noch bestätigen.

Es sei wahr, dass der damalige Lebensgefährte der Mutter Türke war und ihre Mandantin sich dem Islam zugewandt habe. Sie habe auch ein Kopftuch getragen, sagte Hoyer. Zur Frage, ob Peggys Mutter tatsächlich auch konvertiert sei, wollte Hoyer keine Angaben machen.
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