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Das Viele-wissen-viel-Lexikon

Martin Rulsch (links) und Nico in den Räumen von Wikimedia. Martin kann Wikipedia-Autoren weiterhelfen, etwa bei Technik-Fragen. Bild: dpa
 
Wikipedia ist ein großes Lexikon im Internet. Bild: dpa

Einen Artikel in einem Lexikon schreiben - ohne studierter Experte bei einem Thema zu sein? Bei Wikipedia geht das. Nico ist einer der Autoren.

Wenn Nico etwas Neues von einem großen Flughafen liest, dann ist klar: Er muss so schnell wie möglich auf eine bestimmte Seite ins Internet - zu Wikipedia.

"Ich logge mich bei Wikipedia ein und ändere zum Beispiel Zahlen bei dem Artikel zum Flughafen - etwa die Anzahl der Flug-Gäste in einem Jahr. Schließlich sollen alle Texte so aktuell wie möglich sein", erklärt der 18-Jährige.

Seit einigen Jahren macht Nico als Autor beim Lexikon-Projekt Wikipedia mit. Dort kann man zum Beispiel nach dem Wort Elefanten suchen und bekommt dann Informationen zu dem Tier angezeigt.

Das Besondere an Wikipedia ist: Jeder kann mitmachen, der Lust dazu hat. Er kann über Dinge schreiben, die ihn interessieren. Allerdings sagen manche Experten: Weil nicht jeder Schreiber ein Fachmann ist, schleichen sich auch Fehler ein.

Deshalb wird jeder Artikel von anderen Wikipedia-Autoren beäugt. Es gibt Internetseiten, auf denen die Schreiber diskutieren: Interessiert der Eintrag genügend Leute? Stammen die Infos von jemandem, dem man glauben kann?

Luftfahrt Lieblingsthema


Will ein Autor mitmachen, meldet er sich am besten auf der Seite von Wikipedia an. Lange dauert das nicht: Benutzer-Namen und Passwort festlegen, einloggen, schon geht es los.

Nicos liebstes Thema ist die Luftfahrt - deshalb auch die Sache mit dem Flughafen. Am Anfang seiner Wikipedia-Karriere hat der 18-Jährige auch ein paar Sachen über seine Heimatstadt Berlin eingetragen.

"Viele junge Autoren steigen so ein", erklärt ein Mann, der neben Nico sitzt. Er heißt Martin und hilft neuen Autoren, wenn sie Hilfe bei der Technik brauchen.

"Sie schreiben über ihre Umgebung, Sachen aus ihrem Alltag", sagt er. Martin unterscheidet zwei Arten von Wikipedia-Autoren: Die einen schreiben über das, was sie beruflich machen. Die anderen über alles, was ihnen über den Weg läuft.

Hintergrund


Alles ging vor 15 Jahren im Land USA los. Da startete das Projekt Wikipedia: das Online-Lexikon, an dem jeder im Internet mitarbeiten kann. Die erste Version war in Englisch. Das ist nun einmal die Landessprache in den USA. Schon kurz nach dem Start wurde auch eine deutschsprachige Wikipedia-Ausgabe gegründet. "Darin wurden bis jetzt fast 1,9 Millionen Artikel geschrieben", sagt Experte Martin Rulsch. Was die Sprachen angeht, hat sich seit dem Start von Wikipedia viel getan: Inzwischen gibt es Versionen in fast 300 Sprachen.

Wusstest du, dass Wikipedia ein zusammengesetztes Wort ist? Wiki steht für ein spezielles System für Seiten im Internet. Das Tolle daran: In einem Wiki kann jeder die Inhalte auf einer Seite direkt verändern. Das ist normal bei Webseiten nicht einfach so möglich.

Der restliche Teil des Wortes Wikipedia ist einfach ein Stück des englischen Begriffs für Enzyklopädie: encyclopedia. Eine Enzyklopädie ist ein Nachschlage-Werk. Also ein Werk, in dem sehr viel Wissen steht - wie auch im Online-Lexikon Wikipedia.

Niemals fertigEs klingt ein bisschen nach einem Alptraum: Wikipedia wird niemals fertig sein! Gerade das finden Leute, die Wikipedia mögen, aber super.

Weil das große Online-Lexikon genau so gedacht ist: Fast alle Artikel können jederzeit bearbeitet und auf den aktuellen Stand gebracht werden. Außerdem kommen immer wieder neue Artikel hinzu.

Die meisten Autoren der deutschsprachigen Wikipedia schreiben eh nicht allzu viel: Sie machen ungefähr eine Bearbeitung pro Monat.

Das kann alles Mögliche sein, etwa die Änderung einer Zahl. Autoren, die sehr viel schreiben, schaffen pro Monat zwischen 900 und 1000 Bearbeitungen. Fertig wird Wikipedia dennoch niemals sein. (dpa)
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