Nachrichten für Kinder
Fußballhelden im Sammelheft

Florian, Finn und Fritz besuchten zusammen eine Tauschbörse. So wollen sie die Lücken in ihrem Sammelbildchen-Heft schließen. Bild: dpa

Kurz vor der Fußball-EM ist Deutschland im Sammelfieber. Sowohl Kinder als auch Erwachsene versuchen, ihre Sammelalben zu füllen. Deutlich leichter geht das mit Tauschbörsen.

Finn ist zum ersten Mal auf einer Tauschbörse. Der 13-Jährige ist ein Sammel-Neuling. Er kramt die Liste mit den fehlenden Stickern heraus, sortiert seine Karten und setzt sich dann zum Tauschen an einen der Tische.

Immer Lücken


Alle zwei Jahre erobern Sammelbilder vor großen Turnieren die Schulhöfe. Am 10. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich. Die Fußball-Sticker gehören bei so einem Turnier für viele Fans dazu. Doch auch wenn man noch so viele Päckchen kauft: Es bleiben trotzdem leere Fenster im Heft. Der Stapel mit doppelten Spielerkarten wird dafür immer höher.

Aus diesem Grund treffen sich bei großen Turnieren begeisterte Sammler zu Tauschbörsen. Dort helfen sie sich, ihre Hefte zu füllen. An diesem Tag sind etwa 150 Sammler zu einer Tauschbörse in Hamburg gekommen. Man sieht viele Kinder, die gut gelaunt dicke Kartenstapel durchschauen. Immer auf der Suche nach Stickern, die ihnen fehlen. Viele Eltern gucken den Kindern neugierig über die Schulter. Manche sind sogar mit ihrem eigenen Heft da und suchen selbst.

Finn braucht insgesamt 70 Sticker. Beim ersten Anlauf kriegt er gleich 14 davon im Austausch für eigene Karten. Der Junge freut sich über seinen Erfolg.

Mal fehlen Spieler aus dem französischen, mal aus dem englischen Nationalteam. Die Stickernummern stehen auf Listen, die fast jeder dabeihat. "Die richtigen Experten brauchen aber gar keine Liste, die wissen ihre fehlenden Karten aus dem Kopf", sagt ein junger Sammler. Der Organisator der Börse ist sich sicher: "Der Spaß fängt beim Tauschen an." Sonst werde das Heft einfach zu teuer, erklärt der 51-Jährige. Er sammelt selbst seit der WM 2006 die bunten Bilder.

Auch Große sammeln mit


Doch der Mann ist nicht der einzige Erwachsene, der sich mit seinen doppelten Karten unter die Kinder mischt. "Ich habe mich daran erinnert, wie viel Spaß das Sammeln macht", sagt ein 32-Jähriger. Sein Heft sieht noch ziemlich leer aus. "Vor allem die glitzernden Karten wollen alle. Dafür muss es einen geheimen Marktplatz geben", meint er.

Währenddessen hat Finn bei seinem zweiten Tauschversuch kein Glück gehabt. "Dieses Mal konnten wir kein Geschäft machen", sagt sein jüngerer Bruder Florian, mit dem er sich das Album teilt. Trotz des Rückschlages lassen sich die Jungs den Spaß nicht nehmen. Wenig später sitzen sie schon wieder am nächsten Tisch.

Das eigene Album mit den 680 Stickern zu füllen, ist nicht nur schwierig - es kann auch teuer werden. Ein Professor für Mathematik hat nämlich ausgerechnet: Fleißige Sammler müssen im Schnitt rund 500 Euro bezahlen, um alle Bilder in ihr Album kleben zu können.

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