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Interview mit einem Bodyguard

Wer Bodyguard werden will, muss nicht nur körperlich fit sein, sagt Ahmad Mohammed. Das Wichtigste ist, Menschen gut einschätzen zu können, Ruhe auszustrahlen und zuverlässig zu sein. Bild: dpa

Menschen zu begleiten und darauf zu achten, dass sie sicher sind. Das ist die Aufgabe eines Bodyguards. Ahmad Mohammed weiß, wie das ist. Sein Job ist es, Menschen zu beschützen.

Egal ob Action-Star Bruce Willis, Kampfkunst-Meister Jet Li oder Schauspielerin Angelina Jolie: Ahmad Mohammed ist ihnen allen schon nahe gewesen. Er zählt zu den bekanntesten Bodyguards in Deutschland.

Er beschützt Prominente wie Privatmenschen. Dabei ist er selbst schon manchmal in Gefahr geraten. Trotzdem kann der Job manchmal langweilig sein. Doch selbst dann darf man nie unaufmerksam werden, erzählte er.

Haben Sie eine Pistole bei sich?

Ahmad Mohammed: "Nee, eine Waffe habe ich nicht dabei. Erstens gibt es gewisse Gesetze, an die man sich halten muss. Und in unserem Beruf ist es selten, dass ein Klient - also der Mensch, auf den wir aufpassen - eine Waffe wünscht. Es sei denn, die Gefahr ist so hoch, dass wir Waffen dabeihaben müssen."

Wie sieht Ihre Arbeit aus?

Ahmad Mohammed: "Es kommt darauf an, wen ich beschütze. Manchmal begleite ich Wirtschaftsbosse bei einer Veranstaltung, die ein paar Stunden dauert. Manchmal bin ich wochenlang mit Prominenten in der Welt unterwegs."

Wie sichert man jemanden?

Ahmad Mohammed: "Ich habe immer das Umfeld im Auge, in dem wir uns bewegen: die Menschen, ihre Hände, die Taschen. Außerdem bin ich immer so nahe an dem Klienten dran, dass ich ihn notfalls aus der Schusslinie bringen oder ihn vor einem Angreifer verteidigen kann. Das ist schwierig, aber es funktioniert. Ich halte immer einen Abstand zwischen 50 Zentimetern und 1 Meter zum Klienten ein."

Waren Sie selbst schon mal in Gefahr?

Ahmad Mohammed: "Ich hatte schon mal eine Pistole am Kopf oder ein Messer am Rücken. Man ist immer in Gefahr bei diesem Job. Ein Beispiel: Du bist 20 Stunden mit einem Klienten unterwegs. Das kann manchmal langweilig sein.

Man darf aber nicht die Spannung verlieren - es kann immer noch was passieren. Am Abend von solchen Tagen habe ich immer das Gefühl, ich hätte ein Haus gebaut, so anstrengend ist das."

Hintergrund
Was muss ein Bodyguard können?

Leute, die Bodyguard werden wollen, lassen sich auch zur Personen-Schutz-Fach-kraft ausbilden. Manche Experten sagen, es hilft außerdem, vorher bei der Polizei oder Bundeswehr gearbeitet zu haben.

Eine Ausbildung dauert meist mehrere Monate. Die Leute darin lernen ganz unterschiedliche Dinge. Dazu gehört, welche Gesetze man einhalten muss. Sie haben außerdem unter anderem Schießtraining, Fahrtraining und treiben sehr viel Sport.

Das ist jedoch nicht alles, was ein Bodyguard können muss, meint Bodyguard Ahmad Mohammed. Das Wichtigste sei, Menschen gut einschätzen zu können, Ruhe auszustrahlen und zuverlässig zu sein.

Obwohl ihm sein Job Spaß macht und er viel in der Welt herumreist, sagt er: "Bodyguard zu sein ist kein Traumjob. Das ist harte Arbeit."

Wen beschützt ein Bodyguard?

Wenn Stars auf der Straße herumlaufen, sind sie selten allein: An ihrer Seite sieht man Männer oder Frauen, die oft unauffällig gekleidet sind. Sie stellen sich beispielsweise vor die Prominenten und halten die Fans zurück. Bodyguards arbeiten meist bei Firmen und können gemietet werden. Es gibt aber auch bei der Polizei solche Personenschützer.

Diese Polizisten beschützen unter anderem wichtige Politiker. Oder sie bewachen wichtige Zeugen. Falls diese für einen Prozess vor Gericht erscheinen müssen und von Kriminellen bedroht werden.

Stars haben dagegen normalerweise private Beschützer. Diese werden dann eher Bodyguard genannt. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Leibwächter.

Eine Sache ist bei vielen Beschützern ähnlich. Sie tragen unauffällige Sachen, oft in Schwarz. "Das ist kein Muss", erklärt Ahmad Mohammed, der als Bodyguard arbeitet.

Er richtet sich bei seiner Kleidung ganz nach der Veranstaltung. Schwarze Kleidung ist jedoch nicht so auffällig. So können die Bodyguards im Hintergrund bleiben. (dpa)
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