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Schlauer mit dem Wurm

Unter dem Mikroskop können die Forscher dabei zusehen, was genau mit den Zellen im Wurm passiert - zum Beispiel, wenn ein neuer Wurm entsteht. Dann teilen sich die Zellen. Aus zwei Zelle werden vier. Bild: dpa

Er ist unauffällig und winzig. Außerdem hat er einen Zungenbrecher als Namen: Caenorhabditis elegans. Doch für Forscher in der ganzen Welt ist der kleine Wurm das Größte.

Auf den ersten Blick erkennt man den Wurm nicht mal. Der Fadenwurm ist nur einen Millimeter lang. Er sieht aus wie ein kleiner Staubfussel. Ryan Sherrard findet den Wurm trotzdem toll.

Er arbeitet an der Universität in München in einem Labor. Dort forscht er an solchen Winz-Würmern. Dafür legt er kleine Plastikschalen mit Würmern unter ein besonderes Mikroskop. "Da kann man ihn ganz genau beobachten."

In dem Raum, in dem die Mikroskope stehen, ist es dunkel. Man sieht nur die Mikroskope und das Licht der Computerbildschirme. Schaut man in das Mikroskop hinein, sieht der Fussel auf einmal ganz anders aus. Stark vergrößert erkennt man, wo der Mund und wo das Ende des Wurmes sind. Praktisch der Wurm-Po.

Mit vollem Namen heißt der Wurm Caenorhabditis elegans. Die meisten Forscher sagen aber nur C. elegans. Warum forscht man an einem Mini-Wurm? Der Experte erklärt: "C. elegans kann man viel einfacher erforschen als Menschen. Und trotzdem kann man daran jede Menge herausfinden, was auch für Menschen wichtig ist."

Kaputte Zellen raus!


Ryan Sherrard will mehr über einen bestimmten Vorgang in Zellen herausfinden. Das sind die kleinsten Einheiten, aus denen Lebewesen aufgebaut sind: Würmer genauso wie Menschen. Den Wissenschaftler interessiert vor allem ein Vorgang, den die Forscher Zelltod nennen.

"Zellen werden oft beschädigt, oder verändern sich", sagt der Experte. Diese kaputten Zellen muss der Körper loswerden. Sonst können sie Probleme im Körper verursachen, etwa Krankheiten. Dafür gibt es den Zelltod. Um diesen genauer zu erforschen, haben die Forscher in dem Labor viele der winzigen Würmer. Sie schauen sich unter dem Mikroskop zum Beispiel an, wie ein neuer Wurm wächst.

Dabei können sie jede Zelle erkennen. Sie sehen also auch, was passiert, wenn eine von ihnen stirbt. Dem Wurm macht es nichts aus, wenn ein paar seiner Zellen sterben, sagt der Experte. Es ist normal und passiert bei jedem Wurm. "Wenn wir den Zelltod beim Wurm untersuchen, können wir irgendwann auch besser verstehen, wie der Zelltod beim Menschen funktioniert." Wenn beim Menschen kaputte Zellen nämlich nicht sterben, können schwere Krankheiten entstehen.

Vielleicht können Ärzte irgendwann diese Krankheiten besser behandeln als heute. Das hätten sie dann auch einem kleinen Wurm zu verdanken, der erst unter dem Mikroskop groß herauskommt.
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