Negativpreis des Naturschutzbundes Deutschland für Guttenberg
"Umwelt-Dino" geht an Waldbesitzer-Präsident

Philipp Freiherr zu Guttenberg. Bild: dpa

Berlin. Der "Umwelt-Dinosaurier" des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) geht in diesem Jahr an Philipp Freiherr zu Guttenberg. Der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) erhalte den Negativpreis unter anderem für seinen erbitterten Widerstand gegen eine natürliche Waldentwicklung und seine Lobbyarbeit gegen das EU-Naturschutzrecht, teilte der Nabu am Dienstag in Berlin mit.

"Bis heute hat es Herr zu Guttenberg nicht akzeptiert, dass bis 2020 fünf Prozent der deutschen Wälder dauerhaft ohne forstwirtschaftliche Nutzung sein sollen", sagte Nabu-Präsident Olaf Tschimpke. Zudem sei zu Guttenberg vor allem 2015 regelmäßig als Cheflobbyist einer lautstarken Minderheit in Erscheinung getreten, die für eine Abschwächung der erfolgreichen EU-Naturschutzrichtlinien kämpfe.

Bruder von "KT"


Guttenberg war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Auch der Nabu habe noch keine Reaktion erhalten, sagte eine Sprecherin. Das liege möglicherweise an der Urlaubszeit. Der jüngere Bruder von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ist seit fünf Jahren Präsident der Waldeigentümer. Er spricht damit für rund zwei Millionen privater Waldbesitzer in Deutschland.

Der Naturschutzbund vergibt den "Umwelt-Dinosaurier" seit 1993 jährlich an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich seiner Ansicht nach beim Umweltschutz negativ hervorgetan haben. Es handelt sich um eine aus Zinn gegossene und 2,6 Kilogramm schwere Nachbildung der Riesenechse. "Einige Preisträger holen ihre Dinosaurier ab, andere nicht", berichtete die Nabu-Sprecherin. Letztere bekämen den Preis dann per Bote. Zu den Preisträgern zählten bislang verschiedene Minister sowie Vertreter der Industrie.
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