Netzkonferenz "Re:publica" fordert "Ausstieg aus der Totalüberwachung"

Johnny Haeusler, einer der Gründer der "Re:publica", im Jahr 2013. (Bild: dpa)

Mit einem Appell gegen die Überwachung der Bürger durch staatliche Dienste hat am Dienstag die Internet-Konferenz "Re:publica" in Berlin begonnen. «Es geht um das System der Totalüberwachung und wir brauchen einen Ausstieg aus der Totalüberwachung», forderte der Mitveranstalter Markus Beckedahl zum Auftakt des dreitägigen Treffens.

Die Debatte über die Beziehungen zwischen deutschen Geheimdiensten und dem US-Auslandsdienst NSA werde falsch geführt. Die Suche nach Schuldigen gehe am Kern der Frage vorbei.

Die "Re:publica" will nach den Worten der Veranstalter die Rahmenbedingungen für die digitale Welt neu in den Blick nehmen. «Wir wollen darüber diskutieren, wie sieht das Europa der Zukunft aus, ein digitaler Kulturraum, eine transnationale mediale Öffentlichkeit.»

Das Motto der Konferenz mit rund 600 Sprechern und 6000 Besuchern lautet «Finding Europe». Dabei gehe es auch um die vielen Menschen, «die aufgrund von Armut, Hunger und Krieg ein sicheres Leben in Europa suchen», sagte der Berliner Blogger Johnny Haeusler.

Wer die Konferenz live verfolgen möchte, aber nicht vor Ort sein kann, kann sich auf der Website der Veranstaltung den Live-Stream ansehen (Link zum Livestream).

Sascha Lobo hielt 2014 einen viel beachteten Vortrag auf der "Re:publica":



Hintergrund: die re:publicaDie "Re:publica" ist eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen zu den Themen der digitalen Gesellschaft. Seit ihren Anfängen 2007 mit 700 Bloggern hat sie sich zu einer "Gesellschaftskonferenz" mit zuletzt über 6000 Teilnehmern aus allen Sparten entwickelt.
Hier vermitteln die Vertreter der digitalen Gesellschaft Wissen und Handlungskompetenz und diskutieren die Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft. Sie vernetzen sich mit einem heterogenen Mix aus Aktivisten, Wissenschaftlern, Hackern, Unternehmern, NGOs, Journalisten, Bloggern, Social Media- und Marketing-Experten und vielen mehr. Dadurch entstehen Innovationen und Synergien zwischen Netzpolitik, digitalem Marketing, Netz-Technologie, der digitalen Gesellschaft und (Pop-)Kultur.

Rund 40 Prozent der Gäste auf der "Re:publica" sind weiblich, kaum eine andere Veranstaltung mit vergleichbarer Ausrichtung kann eine ähnlich ausgewogene Besucherstruktur vorweisen.

Zur "Republica" 2015 werden 800 Redner aus 45 Ländern erwartet. Drei Tage lang werden die wichtigsten Vor- und Querdenker des Netzes auf 17 Bühnen feiern und diskutieren - in mehr als 450 Stunden Programm.

Die Themen der Konferenz sind breit gefächert und umfassen unter anderem Netzpolitik, Technologie, Kultur und Medien, Musik, Gesundheit, Bildung und viele weitere Themen rund um die digitale Gesellschaft.

Weitere Informationen zur Mammut-Konferenz gibt es unter www.re-publica.de
Weitere Beiträge zu den Themen: Berlin (7520)republica (3)Netzkonferenz (1)