Neuer Verein wenig hilfreich

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Der neue Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) ist nicht glaubwürdig: In Weiden sollen 70 Hektar (ha) Wald für ein Industriegebiet zugepflastert werden, was der VLAB nicht als schlimm betrachtet. Dahingegen werden Windkraftanlagen, die nach Beendigung der Bauphase weniger als 1 ha Fläche beanspruchen, kategorisch abgelehnt. Wenn dieser neue Verein in ganz Bayern in dieser Weise agieren will, dann wird er wenig hilfreich sein, eines unserer drängendsten Probleme - den galoppieren Flächenverbrauch von 18,1 ha pro Tag in Bayern - in den Griff zu bekommen.

An Absurdität kaum zu überbieten ist die Forderung des VLAB, dass in die Erforschung der kalten Fusion investiert werden soll, aber die Windkraft lehnt er ab, weil "bezahlbare Speicher für Windstrom noch lange nicht in Sicht sind". Immerhin ist die Technologie dafür schon Realität. Wäre es da nicht sinnvoller, die Forschungsgelder in die Verbesserung der Kosteneffizienz dieser Speicher zu stecken? Der VLAB vertritt mit der Ablehnung von Windkraft und Photovoltaik die Position der großen Stromversorger. Noch ein Wort zu dem Kommentar: Das Klischee von der armen Familie, die sich den Strom nicht mehr leisten kann, ist eine Fehlinformation der großen Stromkonzerne. Es bedarf nur wenig Recherche, um festzustellen, dass die EEG-Umlage kaum zu den steigenden Stromkosten beigetragen hat, sondern politische Fehlkonstruktionen wie die Befreiung von mehr als 2000 industriellen Großbetrieben von der EEG-Umlage oder vertraglich zugesicherte Ersatzgeldzahlungen für nicht abgenommenen Strom an Kohlekraftwerks-Betreiber.

Katja Schäffer, 92224Amberg
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