Neues Buch „Letzte Gespräche“ über ehemaligen Papst
Benedikt: Rücktritt nicht erzwungen

Rom. Benedikt XVI. widerspricht in einem für Freitag angekündigten Buch Gerüchten über seinen angeblich auf politischen Druck hin erfolgten Rücktritt von vor drei Jahren. Benedikts zentrale Aussage laute, "Ich konnte gehen, weil ich nicht unter Druck stand", sagte der Autor des Buches, Peter Seewald, der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt".

Der emeritierte Papst sei zum Zeitpunkt seines Rücktritts am 28. Februar 2013 physisch und psychisch geschwächt gewesen, sagte Seewald, der bereits zwei Gesprächsbücher mit dem früheren Kardinal Joseph Ratzinger veröffentlichte. "Aber er fühlte sich politisch nicht unter Druck - denn äußerem Druck, sagt er, darf man nicht weichen." Benedikt spricht im neuen Buch "Letzte Gespräche" laut Seewald auch über eigene Mängel. "Menschenkenntnis sei nicht seine Stärke", habe der 89-Jährige erklärt. Bereits vor seiner Wahl zum Papst sei er nach einer Hirnblutung auf dem linken Auge erblindet gewesen. Zudem habe er nach seinem Rücktritt mit seinem baldigen Tod gerechnet. "Aber Ratzinger ist ein Stehaufmännchen. Er sagt dann: ,Jetzt hab ich mich wieder derrappelt'", so Seewald. Inzwischen benötige Benedikt einen Rollator. Nicht aufgenommen in sein Buch hat Seewald, dass Ratzinger im Studium ernsthaft verliebt gewesen sei. Die Entscheidung für den Zölibat sei ihm nicht leicht gefallen.
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