Nicht alle wollen helfen

Manche Menschen leben in großer Armut und wollen deshalb weg aus ihrem Land. Andere ertragen Kämpfe und Gewalt nicht mehr. Sie fürchten um ihr Leben. Auch von ihnen beschließen viele, aus ihrer Heimat zu fliehen.

Doch Flüchtlinge etwa aus Afrika können sich nicht einfach ein Flugticket kaufen und nach Deutschland reisen. Sie brauchen dafür zum Beispiel besondere Genehmigungen. Diese sind oft nur schwer zu bekommen. Darum suchen sich viele einen Schleuser.

"Schleuser helfen Menschen in Not dabei, in ein anderes Land zu kommen", sagt Experte Karl Kopp. Darum nennt man sie auch Fluchthelfer. Schleuser besorgen zum Beispiel gefälschte Pässe und Genehmigungen. Oder sie organisieren ein Schiff. Es soll die Flüchtlinge über das Meer in ein sicheres Land bringen. Dafür zahlen die Flüchtlinge den Schleusern meist viel Geld.

Hunderte starben

"Das ist natürlich alles nicht erlaubt", sagt der Fachmann. Wenn Schleuser erwischt werden, müssen sie manchmal für viele Jahre ins Gefängnis. Oft sind solche Reisen gefährlich. Bei der Flucht mit dem Schiff passieren immer wieder Unglücke. Gerade kenterte ein Schiff vor der Küste des Landes Libyen im Norden Afrikas. Vermutlich starben dabei Hunderte Menschen. Von Lybien aus wollen es viele auf eine Insel schaffen, die zu Italien gehört.

Deshalb sprechen nun gerade viele Leute über Flüchtlinge und Schleuser. Sie fragen sich etwa, ob Schleuser falsch handeln. "Manche Schleuser packen Hunderte Menschen für viel Geld auf ein Boot, das niemals in der Lage wäre anzukommen", sagt Karl Kopp. Ihnen ginge es vor allem ums Geschäft.

Andere hingegen wollen den Menschen helfen. Manche Schleuser riskieren selbst hohe Strafen oder ihr Leben dafür. Denn: "Für die meisten Flüchtlinge gibt es keine andere Möglichkeit, ihr Land zu verlassen, als mit einem Schleuser", sagt Karl Kopp. (dpa)
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