"Nicht im Sinne der Bürger"
Leserbrief

Zum Artikel "Entscheidung fällt im Wahllokal" erreichte uns eine Zuschrift, in der es heißt:

"Die fadenscheinigen Argumentationen der Parteien haben nichts mit einer sachlichen und objektiven Bewertung zu tun, und ehrliche Politik und Vertretung von uns Bürgern sieht anders aus. Dies beginnt schon bei einem zweifelhaften Zahlenspiel von Frau Thanheiser, welche die 1467 für das Handelszentrum abgegebenen Stimmen in Relation zu einer 100-Prozent-Wahlbeteiligung setzt, wobei bisher nur 85 Prozent zur Wahlurne gingen. Die Argumentation, dass die Nabburger angeblich der Meinung waren, dass es sich um die Abstimmung für Rossmann gehandelt hätte, ist fadenscheinig.

Abstrus ist die Meinung von Frau Eckl, dass das Handelszentrum in die Diska-Ecke gehöre. Das Handelszentrum stellt eine Fläche von 15 000 Quadratmetern dar. Um die selbe Fläche beim Diska zu erhalten, müsste der Investor zusätzlich um den Diska bestehende Häuser im Bereich der Regensburger-Straße und Pfandelstraße erwerben und abreißen.

Herr Jäger hingegen möchte ein Mitspracherecht, an wen der Investor vermieten darf. Dies wäre so, als würde man ihm nur den Verkauf von Produkten von Roche oder Pfizer erlauben. Was ein Handelskonzept Diska/Regensburger Straße mit dem Handelszentrum zu tun hat bzw. dass kein weiterer Lebensmittelmarkt und Bekleidungsdiscounter eine Bereicherung für die Stadt darstellen würde, ist nicht ersichtlich. Hier stellt sich die Frage, was laut Herrn Jäger eine Bereicherung für die Stadt darstellen würde, und ob er die Entscheidung dafür treffen kann, was Bürger von Nabburg wünschen und benötigen oder nicht?

Herr Fischer kritisierte die Fokussierung auf ein bestimmtes Grundstück, wobei er wissen müsste, dass es kein alternatives Grundstück in dieser Größe und mit der Verkehrsanbindung in Nabburg gibt. Um Investoren zu gewinnen, ist es nötig, kurz, mittel und langfristig Strategien zu entwickeln und Weichen für die Zukunft zu stellen, aktiv auf Investoren zuzugehen und um Investoren zu werben. Aber ist dies in der Vergangenheit, auch unter Herrn Fischer, in ausreichendem Maß geschehen?

Es wäre sinnvoller, wenn unser Stadtrat nicht permanent nach Argumentationen gegen das Handelszentrum suchen und sich die Frage stellen würde, was uns das neue Handelszentrum kostet bzw. was es der Stadt an zusätzlichen Vorteilen und Einnahmen bietet. Man spricht hierbei von einer sachlichen wirtschaftlichen Bewertung. Jede Kommune ist bestrebt, Investoren zu finden und die Steuereinnahmen zu erhöhen. Nabburg sendet jedoch sehr deutlich das Zeichen dafür, dass dies nicht gewünscht ist und dass Investoren lieber auf benachbarte Kommunen ausweichen sollen. Ich denke, dies ist nicht im Sinne der Bürger, und der Stadtrat sollte über den Amtseid, bei dem sich das Schaffen und Wirken immer zum Wohl der Bürger zu orientieren hat, nachdenken."

Thomas Kern, Nabburg

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