Nitrat-Verseuchung eine tickende Zeitbombe

Zum Kommentar "Gefahr für ein Lebensmittel":

Vielen Dank, dass Sie dieses wichtige Thema so ausführlich aufgegriffen haben. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit dem Thema Trinkwasser (Mantel Bürgerinitiative Kalkhäusl, Arsen im Trinkwasser) und auch mit dem Thema Nitrat. Vor 30 Jahren, als meine Kinder noch klein waren, betrug der Grenzwert für Nitrat im Trinkwasser noch 19 Milligramm pro Liter.

Aufgrund von Zwängen - der Nitratwert steigt dank Gülle und Co kontinuierlich - wurde dieser damalige Wert auf 50 Milligramm pro Liter heraufgesetzt. Als Höchstwert für Nitrat für die Zubereitung von Babynahrung wurden damals bis zu 10 Milligramm pro Liter empfohlen. Allerdings behaupten die offiziellen Stellen heute, dass ein Wert bis 50 mg unbedenklich ist. Ich glaube, die wenigsten Eltern wissen das. Zu hohe Nitratwerte wurden für den plötzlichen Kindstod mit verantwortlich gemacht, da das Nitrat im Blut den Sauerstoffgehalt senkt. Dass das heute einfach so nicht mehr gelten soll, weil die Trinkwasserbrunnen die Werte nicht mehr hergeben, halte ich für sehr bedenklich.

Wasser ist unser Lebensmittel Nummer 1. Ich hoffe nicht, dass die Zeit kommt, in der wir alle nur noch gefiltertes Wasser zu uns nehmen dürfen. Ich selbst trinke praktisch (außer bei Kaffee und Tee) nur noch Mineralwasser: Da bei einer großen Familie Glasflaschen-Wasser fast nicht bezahlbar ist, aus Plastikflaschen. Dabei bin ich mir der Problematik der Plastik-Wasserflaschen bewusst. Sauberes Trinkwasser, das man aus der Leitung trinken kann: Ich weiß gar nicht; in wie vielen Trinkwasseranlagen es das noch gibt. Aber ich danke Ihnen für den Artikel und dass dieses Thema einfach bewusst gemacht wird. Es heißt zwar, die Landwirte können nichts dafür, aber es heißt auch, dass die Probleme mit der Umstellung der Landwirtschaft auf intensive Landwirtschaft begonnen haben. Hier wird ein Berufszweig irregeführt - mehr düngen, mehr Vieh etc. auf Kosten der ganzen Bevölkerung.

Ich habe vor Jahren Berichte gesehen, wie man Gülle aufbereiten kann, so dass sie ohne Nitrat-Verseuchung ausgebracht werden kann: durch ein einfaches Rühr-Verfahren in der Güllegrube. Wahrscheinlich kostet das ein Bisschen. Ein Bisschen ist für die Gesundheit schon zu viel? Eine tickende Zeitbombe - ich selbst und wir alle können nur ohnmächtig abwarten - und die Politik handelt nicht.

Maria Ostler-Scharl, 92536 Pfreimd
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