NSU-Prozess
Gericht plant schon für 2017

München. Der Münchener NSU-Prozess wird voraussichtlich bis in das nächste Jahr dauern. Wie am Donnerstag am Rande der Verhandlung bekannt wurde, bereitet das Oberlandesgericht weitere Termine vor. Gerichtssprecherin Andrea Titz bestätigte, dass der Senat vorsorglich bis zum 12. Januar 2017 plane. Bisher reichen die Termine bis zum 1. September 2016. Die neuen Termine würden derzeit mit den Prozessparteien abgestimmt. Der Prozess läuft bereits seit Mai 2013.

Unterdessen lehnte am Donnerstag der mutmaßliche Terrorhelfer Ralf Wohlleben erneut die Richter im Prozess ab - unmittelbar nach seinem letzten Scheitern mit einem Befangenheitsantrag. Diesmal wirft er dem Gericht vor, ihm das verfassungsmäßige Recht zu nehmen, sich nicht selber belasten zu müssen. Außerdem messe das Gericht mit zweierlei Maß und bewerte gleiche Umstände bei einem seiner Mitangeklagten milder als bei ihm, sagte sein Verteidiger Olaf Klemke.

Wohlleben ist als mutmaßlicher Beschaffer der Mordwaffe vom Typ "Ceska" angeklagt. Mit der Pistole soll der "Nationalsozialistische Untergrund" aus rassistischen Motiven neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft ermordet haben. Als mutmaßliches Mitglied des NSU muss sich Beate Zschäpe als Mittäterin für alle Verbrechen der rechtsextremistischen Terrorgruppe verantworten.
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