Nur Abrechnung nach Verbrauch ist gerecht
Briefe an die Redaktion

Zur Bürgerversammlung in Mitterteich (NT-Berichte vom 2./3. und vom 8. Oktober):

Mit beachtlichem Aufwand hat die Stadt Mitterteich die Sanierung des Wasserversorgungsnetzes in Gang gebracht. Die Bürger von Mitterteich sollen an den Kosten von rund 5,4 Millionen Euro beteiligt werden. Dazu hat die Firma Bitterwolf Aufmaß genommen.

80 Prozent nach Fläche und 20 Prozent nach Verbrauch, das sei eine Lösung, die sich Bürgermeister Roland Grillmeier vorstellen könne. Aber ist das gerecht, den Schwerpunkt dermaßen auf die Fläche zu legen, und den tatsächlichen Verbrauch regelrecht zu vernachlässigen?

Nicht die Fläche verbraucht das teure Gut Wasser, sondern jeder, der an den Zapfstellen den Hahn aufdreht und beispielsweise auch den Garten damit bewässert! Eine Abrechnung nach dem Verursacher-Prinzip, das ist gerecht und zwingt letztlich auch die Abnehmer zum Sparen und Haushalten mit dem Lebensmittel Trinkwasser.

Herr Bitterwolf nannte ein Beispiel mit einem Einfamilienhaus und Garage Haus-Nr. 47. Nehmen wir mal an, dass zum einen ein Ehepaar als Eigentümer und zum anderen ein Ehepaar als Mieter dieses Objekt bewohnt. Beide Paare sind Bürger von Mitterteich und haben dieselben Nutzungsbedingungen - werden aber nach den bisherigen Vorstellungen der Verantwortlichen völlig unterschiedlich zur Kasse gebeten.

Gerechtigkeit wird hier nur dann herrschen, wenn jeder Bürger von Mitterteich dafür zur Kasse gebeten wird, was er auch tatsächlich verbraucht, und das ist messbar! Nachteil für die Kommune wäre einzig und allein, dass die Kosten nicht sofort wieder hereingespielt werden, sondern erst nach Jahren. Aber das sollte eine Verwaltung auch für die Bürger hinbekommen können.

Leider brachte auch diese Veranstaltung keine schlüssigen Erkenntnisse für viele Anwesende. Was fehlte, waren die versprochenen Fakten, welche Gewissheit und Klarheit bringen sollten. Hier wären Zahlen und Rechenbeispiele wie bei der Infoveranstaltung durch die Freien Wähler im Frühjahr sehr hilfreich gewesen.

Der Bürgermeister ist dem Bürger diese "Hausnummer" schuldig geblieben. Dabei liegen doch das Aufmaß, Einwohnerzahlen, Verbrauchswerte und auch die technischen Hilfsmittel zur Präsentation vor. Warum legt man diese Fakten nicht auf den Tisch und diskutiert darüber?

Bürgermeister Grillmeier sollte wissen, dass es in Mitterteich nicht nur gut betuchte Bürger gibt. Es müssen unbedingt alle Bürger nach Anschluss- und Verbrauchswerten erfasst werden. Dass man dann auch noch einen Teil über die Fläche regeln kann, ließe sich vertreten, aber nicht in diesem Gewicht!

Das Stadtoberhaupt sollte in einer weiteren Bürgerversammlung entsprechende Beispielrechnungen diskutieren lassen. Dann kommen wir dem Ergebnis einer sozial gerechten Umlage dieser Sanierungskosten näher.

Wolfgang Danler, 95666 Mitterteich

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