"Nur als Sache gewertet"

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Ein trauriges und erschreckendes Urteil wurde am Donnerstag im Amtsgericht gefällt. Vom Leiter des Veterinäramtes, der als Sachverständiger zu diesen Gerichttermin geladen war, hätte man ein fachliches, korrektes und ehrliches Gutachten erwarten müssen. Er war doch über Monate lang mit diesen Fall vertraut, Videobeweise, mehrere Zeugenaussagen und Telefonate bezüglich dieser Misshandlungen und Quälereien der Hunde lagen ihm vor.

Dr. Pilz versicherte, dass er ein Tierhalteverbot seinerseits anstrebt. Mein Eindruck war, dass der Sachverständige völlig unvorbereitet auf diesen Gerichtstermin erschien. Er schilderte zwar den Umgang mit den Hunden als "nicht akzeptabel", er erwähnte aber in keiner Weise sein angestrebtes Tierhalteverbot, das er einigen Tierschützern und Tierfreunden zusagte, die sich für die Hunde einsetzten. Als Leiter und Sachverständiger konnte man in Anbetracht der Tatsachen schon eine Aussprache des Tierhalteverbotes erwarten.

Nichts geschah! Im Gegenteil, die Hunde verbleiben weiter beim Besitzer, können weiter gequält und misshandelt werden. Sollte das Veterinäramt nicht im Sinne der Tiere handeln? Dr. Pilz als Sachverständiger sah das anscheinend anders. Dies wirft die Frage auf, ob er zurecht als Leiter und Sachverständiger das Amt vertreten sollte. Sehr traurig, dass Tiere weiterhin ihren Peinigern ausgesetzt sind, weil sie vorm Gesetz noch als Sache gewertet werden.

Claudia Fleck, Amberg
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