Öffentliche Diskussion nötig
Briefe an die Redaktion

Leserbrief zum Leserbrief "Respekt vor Arbeit mit Flüchtlingen" vom 16. Oktober:

Personen, die im öffentlichen Raum stehen, sollten damit umgehen können, dass die Öffentlichkeit auf ihre Äußerungen reagiert. Das ist das Grundprinzip in einem demokratischen Rechtsstaat. Die öffentliche Diskussion ist nötig, um Positionen eindeutig zu definieren und Missverständnisse aufzuklären.

Es muss eine Kommunikation darüber erlaubt sein, wie die Worte von Politikern auf Bürger wirken. Beim Wort "Erfüllungsgehilfe" ist nun mal das Potenzial für Missverständnisse sehr hoch. Es ist nicht nur im bürgerlichen Recht - wie Herr Nickl schreibt -, sondern auch im Strafrecht zu finden und im Duden als "abwertend" deklariert. Es kann also durchaus falsch verstanden werden, wenn er von der Stadt Kemnath als "Erfüllungsgehilfe" im Kontext der Asylpolitik spricht. Ehrenamtliche könnten sich angegriffen und abgewertet fühlen. Herr Nickl hat zwar noch einmal bestätigt, dass es nicht so gemeint war und er die Ehrenamtlichen unterstützt. Das ist sachlich korrekt und eine wichtige Richtigstellung.

Das eigentlich Traurige ist, dass er kritische Stimmen als "besserwisserisch" und "ehrverletztend" herabwürdigt, anstatt froh zu sein, Missverständnisse aus dem Weg räumen zu können. Ich bitte Politiker, in der mittlerweile überhitzten Asyldebatte auf ihre Worte zu achten.

Gabi ZausKemnath

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