"Offenheit statt Beschwichtigung"

Zum Artikel "Hunde sollen im Ammerbachtal auch in Zukunft ohne Leine herumlaufen dürfen" (AZ, 11. März):

Sehr geehrter Herr Dr. Mitko, sehr geehrter Herr Cerny, lassen Sie uns das Kind doch beim Namen nennen. Fakt ist, dass im Entwurf für das Landschaftsschutzgebiet Ammerbachtal in §5 "Verbote" in Abs. 13 wörtlich steht "es ist verboten, außerhalb behördlich zugelassener Flächen Hunde frei laufen zu lassen."

In dem Plan, der dem Entwurf beiliegt, sind die geplanten "behördlich zugelassenen Flächen" für Hunde als zwei gartengroße Streifen in Straßennähe eingezeichnet. Die vorgesehene Leinenpflicht betrifft aktuell laut Plan geschätzt 99,7 Prozent des gesamten Gebiets. Fakt ist, dass das Gebiet Ammerbachtal seit Jahrzehnten als Naherholungsgebiet genutzt wird und als Treffpunkt für Hundehalter bekannt ist. Fakt ist, dass es in der Stadt Amberg alleine 1200 Hundehalter gibt, die jährlich mindestens 60 000 Euro Hundesteuer für den Stadthaushalt aufbringen.

Zur artgerechten Hundehaltung nach dem Tierschutzgesetz gehört Freilauf, der strengen gesetzlichen Regelungen unterliegt: Gefährdung von Menschen, Fahrzeugen, Wild- und Nutztieren ist auszuschließen. Fakt ist auch, dass die Stadt Amberg in den letzten Jahren die Freilaufgebiete bereits stark eingeschränkt hat (Landesgartenschaugelände, Grünanlagenverordnung, Krumbach), so dass sich die Hundehalter mangels Alternativen auf das Gebiet Ammerbachtal konzentrieren. Es geht hier nicht um vage "Befürchtungen", sondern um ein klares Nein der Hundebesitzer zu den Vorstellungen von Herrn Dr. Mitko. Verantwortungsvolle Hundebesitzer sagen ja zu den bestehenden gesetzlichen Regelungen.

Für darüber hinaus gehende weitere Einschränkungen besteht keinerlei Notwendigkeit. Über die verschiedenen Interessenlagen, die gerade eine Rolle bei der Ausweisung des Ammerbachgebiets als Landschaftsschutzgebiet spielen, kann man diskutieren, um sinnvolle Lösungen zu erarbeiten. Damit die Hundebesitzer diese Lösungen mittragen, braucht es Offenheit und Sachlichkeit statt Beschwichtigung.

Dipl. Psych. Susanne Kohlhoff, Sprecherin der Interessengemeinschaft Mensch und Hund, Amberg
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