Ohne Ehevertrag besteht das Recht der Zugewinngemeinschaft
Vermögensauseinandersetzung bei Scheidung

Für den einen ist das Glas halb leer, für den anderen halb voll. Gerade in einer schwierigen Phase des Lebens, wenn man sich eingestehen muss, dass Lebenspläne scheitern, ist man aufgrund der emotionalen Verletztheit auf Hilfe von anderen angewiesen.

Ein guter, professioneller, uneigennütziger Rat einer Rechtsanwältin - basierend auf Fakten - kann hier wichtig und zukunftsweisend sein. Auch schon vor Trennung kann dieser Rat gesucht werden, damit man "in guten Zeiten" eine faire Regelung im Fall der Scheidung miteinander festlegt oder auch aushandelt. Denn das Vermögen muss dann getrennt werden, es muss geregelt oder ausgestritten werden, wer was oder wie viel erhält. Hier ist zu beachten, dass einerseits das für alle geltende Recht gilt. Auch ein Ehepaar kann Miteigentümer oder Gesamtschuldner sein - mit den entsprechenden gesetzlichen Regelungen. Hier wird im Regelfall, aber nicht immer, hälftig geteilt. Andererseits gilt das familienrechtliche Güterrecht.

Ohne Ehevertrag besteht das Recht der Zugewinngemeinschaft, d.h. derjenige, der zur Beendigung des Güterstands am Stichtag der Zustellung des Scheidungsantrages mehr hat als der andere, muss an letzteren die Hälfte des Überschusses ausbezahlen. Da der Ausgleichsanspruch streng an den Stichtag anknüpft, sollte - bevor man sich über die Vermögensauseinandersetzung in Form von Einzelregelungen auseinandersetzt - eine Gesamtregelung getroffen werden, die notariell beurkundet werden muss. So kann verhindert werden, dass nach der Teilung der einzelnen Forderungen und Gegenstände nicht noch ein Zugewinnausgleichsanspruch des anderen besteht.

Diese und andere Fragen, z.B. über Unterhalt, Hausratsangelegenheiten und Umgangsrecht, können Betroffene z.B. in einer Erstberatung mit ihrer Rechtsanwältin erörtern.
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