Oskar Duschinger schreibt über "Tatzenstock und Lausbubenstreiche" in der Oberpfalz
Aus der Schule geplaudert

VierStädtedreieck. Lausbubengeschichten sind schon immer ein beliebtes Thema. Und das nicht erst seit der Verfilmung von Ludwig Thomas Buch oder der Heinz-Rühmann-Verfilmung der Feuerzangenbowle. Dass es in dieser Beziehung auch aus der Oberpfalz eine Menge zu berichten gibt, zeigt das Buch von Oskar Duschinger "Tatzenstock und Lausbubenstreiche".

Er weiß, wovon er spricht, schließlich hat er als lehrender Pädagoge so einiges erlebt. Deshalb hat ihn interessiert, wie es in der Vergangenheit in der Oberpfalz so zuging in den Schulen. Herausgekommen ist ein wunderschönes, witziges Buch über die Verhältnisse von anno dazumal. Das Werk wirft nicht nur Schlaglichter auf das Leben unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern, sondern zeigt auch die einfachen Lebensumstände, mit denen man früher in der Region das Leben gemeistert hat.

Und es verdeutlicht, dass in der Schule vieles früher ganz anders war, wenngleich die jahrgangsübergreifenden Klassen - neudeutsch Kombi-Klassen genannt - ja in vielen kleineren Schulen wieder Alltag sind. Hart waren die Schulbänke und hart waren die Zeiten damals, in den 1930er Jahren. Bei vielen Familien schaute die Not zum Fenster herein. Watschn und Tatzenstock gehörten noch wie selbstverständlich zum Schulalltag. Kein Mensch regte sich darüber auf, zumindest nicht die Erwachsenen. Aus dieser Zeit stammen die Geschichten, die Rektor Oskar Duschinger gesammelt und mit pointierter Feder niedergeschrieben hat. Es sind keine frei erfundenen Geschichten, sondern Erzählungen, die sich so oder zumindest so ähnlich in der Oberpfalz zugetragen haben.

Da verschachert der Schorschi im Schuhkarton Maikäfer, die Tante wird mit Läusen im Bett malträtiert, die Katze kratzt und faucht, weil sie im Plumsklo eingesperrt ist und der Hund jagt jaulend über den Hof, weil an seinem Schwanz Blechdosen festgebunden sind. Wie Ludwig Thomas bekannte Lausbubengeschichten sind auch diese vergnüglich zu lesenden Episoden ein Spiegelbild der damaligen Gesellschaft, die das Leben in der Oberpfalz vor dem Zweiten Weltkrieg karikieren.

Das 200 Seiten starke mit einem Schutzumschlag versehene und 24 Zeichnungen illustrierte Hardcoverbuch eignet sich damit als vergnügliche Urlaubs- oder Bettlektüre ebenso wie zum Vorlesen bei zünftigen Hutzabenden. Zum Preis von 18,90 Euro ist es im Buch- und Kunstverlag Oberpfalz, sowie im Buchhandel erhältlich. Wer das richtige Lösungswort des Kreuzworträtsel in dieser Ausgabe einsendet, hat die Möglichkeit eines von drei Exemplare des Buches zu gewinnen.
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