Ost-Tangente einst ausradiert
Briefe an die Redaktion

Zur Diskussion um die Ost-Tangente und den Leserbrief von Hans Kaltenecker vom 19. September:

Nachdem Baudezernent Bohm die Sachlage für die Weiterführung der SO-Tangente klar dargestellt hat, traut sich nun Herr Kaltenecker aus dem Weidener Osten, Partei für die seit Jahrzehnten lärmgeplagten Anwohner der Vohenstraußer Straße zu ergreifen. Alle Achtung, wo doch schon viele Befürworter einer Weiterführung von den Gegnern "besudelt" worden sind. Das Naherholungsgebiet Fischerberg/Schirchendorf würde zerstört, wenn eine Weiterführung der Südost-Tangente kommt. Herr Kaltenecker beschreibt die Situation sehr deutlich, nachdem er in diesem "Naherholungsgebiet" wöchentlich mehrmals unterwegs ist und so gut wie keine "Erholungssuchenden" antrifft. Höchstens einige "Gassi-Geher" mit Hund.

Bei der damaligen Planung der SO-Tangente war bereits die Weiterführung eingezeichnet, genauso die Weiterführung des Hetzenrichter Wegs Richtung Schirmitz, wo heute der E-Markt steht. Am Butterhof war plötzlich der Weiterführungsstutzen ausradiert. Auf Nachfrage des damaligen Stadtrats Josef Mörtl erklärte die Verwaltung: Die Stadt könne sich die enormen Kosten einer Weiterführung nicht leisten. Zwei hochkarätige städtische Beamte waren in diesem Bereich wohnhaft, was sicher einiges zur Erklärung beiträgt.

Auch die SPD-Fraktion war damals "entsetzt" über die Forderung der CSU-Mittelstandsbewegung, so die Presse vom 7. Februar 1991, als die Weiterführung der SO-Tangente gefordert wurde. Bald fand freilich ein Umdenken statt, nachdem der Ruf nach Verkehrsberuhigung immer lauter wurde und eine Bürgerbefragung durchgeführt wurde, die das Weiterführen der SO-Tangente eindeutig bestätigte. Das Interview im NT mit Baudezernent Bohm sagt aus, dass ohne eine Weiterführung mit anderthalbfacher Steigerung des Verkehrs im Weidener Osten zu rechnen ist.

Im Übrigen, so Bohm, würde bei einer Entlastung des ein- und ausfließenden Verkehrs hoch attraktives Bauland beiderseits der Vohenstraußer Straße entstehen, das dringend benötigt würde. Und wenn schon der Bayrische Staat die Verlängerung der SO-Tangente in die 1. Dringlichkeitsstufe des künftigen Straßenbauprogramms aufnimmt, sollte die Stadt Weiden bzw. der Stadtrat seine zögerliche Haltung aufgeben. Noch dazu, da die Stadt Weiden nicht als alleiniger Kostenträger auftritt. Baulastträger ist der Freistaat Bayern, der für andere Maßnahmen auch genügend Mittel zur Verfügung hat.

Wilhelm MoserWeiden

Quo vadis, Weiden?

Zu den Artikeln "Keiner fordert Schließungen" und "Verärgert über Eilentscheidung" vom 18. September:

"Quo Vadis" - wohin gehst du, Weiden? Das Verwirrspiel um den Schulentwicklungsplan zeigt die ganze Misere auf. "Niemand will eine Schule schließen", ist das Fazit nach einem halben Jahrzehnt vertrödelter Stadt- und Schulentwicklung. Die Redewendung kommt uns irgendwie bekannt vor. Wie immer werden "intelligente" Lösungen eingefordert. Wenn nötig, wird die Angelegenheit aber unbemerkt ausgesessen oder ein neues Gutachten in Auftrag gegeben.

Der Personalmangel im Bauamt macht sich immer mehr bemerkbar, so auch die Aussage des Stadtrats. Trotzdem schließt man die Stadtentwicklungsabteilung und schlägt sie dem Bauamt zu! Kein Wunder, dass sich Bauanträge, Bebauungspläne und Entwicklungspläne in die Länge ziehen. Oder wie beim neuen Festplatz im Gewerbegebiet "Westlich der Neustädter Straße" überhaupt nicht auf die Reihe kommen.

"Das Großprojekt Stadtgalerie bindet Kapazitäten", ist die Entschuldigung. Dabei wurde doch das Bebauungsplanverfahren durch das Büro Dragomir Stadtplanung in München abgewickelt und durchgezogen. Also aufhören mit dem Lamentieren und Jammern. Unsere liebens- und lebenswerte Stadt hat dies nicht verdient. Wie sagte einst ein Unternehmer: "Wir leben nicht im Jammertal, sondern im Naabtal."

Joachim StrehlWeiden

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