Papst Franziskus berät sich mit den Kardinälen
Mutter Teresa vor Heiligsprechung

So kannte die ganze Welt die Ordensschwester und Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa. Papst Franziskus berät am Dienstag mit den Kardinälen, ob und wann der "Engel von Kalkutta" heiliggesprochen wird. Archivbild: dpa

Für viele war sie schon zu Lebzeiten eine Heilige. Nun dürfte Mutter Teresa von Kalkutta tatsächlich heiliggesprochen werden. Ein paar Kratzer hat ihr überlebensgroßes Bild allerdings in den vergangenen Jahren abbekommen.

Rom. Wer an Mutter Teresa denkt, hat sofort ein ganz bestimmtes Bild vor Augen: eine kleine, gebückte Frau im weißblauen Gewand, die Hände gefaltet, das Gesicht zerfurcht. Am Dienstag berät Papst Franziskus mit den Kardinälen abschließend darüber, ob und wann der "Engel von Kalkutta" tatsächlich heiliggesprochen wird.

Mutter Teresa wurde am 26. August 1910 als Agnes Gonxha Bojaxhiu in Skopje im heutigen Mazedonien geboren. Schon mit 18 Jahren ging sie als Missionsschwester nach Indien. Täglich begegneten ihr Bettler, ausgemergelte und kranke Menschen. Sie traf Kinder, die ausgesetzt worden waren. Eine "Damaskus-Stunde" beendete ihr normales Leben als Missionarin. "Gott rief mich", sagte sie.

Dennoch war ihre Frömmigkeit offenbar nicht unerschütterlich, wie private Notizen und vertrauliche Briefwechsel offenbarten, die 2007 veröffentlicht wurden. Ein ganzes Jahrzehnt lang durchlitt die Ordensfrau demnach schmerzhafte Zweifel an ihrer Mission und quälende seelische Einsamkeit. Bewegt vom Elend in den Slums von Kalkutta verließ sie 1948 ihr Kloster und gründete eine eigene Ordensgemeinschaft: die "Missionarinnen der Nächstenliebe".

1979 wurde Mutter Teresa mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Für die meisten Menschen war Mutter Teresa das weltweite Symbol für christliche Nächstenliebe. 2013 veröffentlichten dann renommierte Medien kritische Berichte. Anlass war eine umfangreiche Studie zum Leben der berühmten Missionsschwester. Drei kanadische Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, in Armenhäusern von Mutter Teresa hätten schlechte hygienische Zustände geherrscht. Sterbenden seien teilweise Schmerzmittel verweigert worden.

Mutter Teresa starb am 5. September 1997 im Alter von 87 Jahren. Papst Johannes Paul II. sprach sie bereits sechs Jahre später selig. Die Besiegelung ihrer Heiligsprechung dürfte nun nur noch Formsache sein. Der Festakt soll voraussichtlich am 4. September stattfinden.
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