Philipp, allein im Museum

Geht es um Naturkunde-Museen, fällt vielen als Erstes dieses ein: das American Museum of Natural History in New York. Das riesige Haus mitsamt seinen Ausstellungs-Stücken ist berühmt. In ihm spielt auch die Filmreihe "Nachts im Museum".

Ist das unheimlich! Der gigantische Steinkopf, der mich so streng angeguckt hat, machte mich schon nervös. Dann bin ich auch noch unter dem lebensgroßen Wal hindurch gelaufen, der in der großen Halle hängt. Und jetzt stehe ich neben dem gigantischen Tyrannosaurus Rex. Oder besser: seinem Skelett. Ob der gleich einen Schluck aus dem Wasserspender nimmt und mich dann durch die Gänge jagt - so wie im Film?

Ganz allein

Vielleicht kennst du ja die Geschichte "Nachts im Museum" aus dem Kino oder dem gleichnamigen Kinderbuch. Darin erwachen die Ausstellungs-Stücke eines Museums zum Leben. In den Filmen spielt sich alles im Museum of Natural History (gesprochen etwa: mjusiäm of nätscherell histori) in der Stadt New York ab. Genau da bin ich gerade. Und zwar ganz allein.

Nein, ich bin dort nicht heimlich eingebrochen. Ich habe auch keinen Beruf als Nachtwächter angenommen. Aubrey hat mich nur ins Museum gelassen, bevor es eigentlich öffnet. Sie kümmert sich hier um die Besucher. "Wer weiß, was im Museum vor sich geht, wenn sich die Ausstellungs-Stücke nicht beobachtet fühlen", hat Aubrey gesagt und mir zugezwinkert.

Dann hat sie mir eine Karte in die Hand gedrückt. Dort sind alle Räume des Gebäudes eingezeichnet. "Die wirst du brauchen", meinte Aubrey. "Hier kann man sich leicht verirren. Besonders, wenn sonst keine Besucher durch die Gänge schlendern."

In dem großen Saal mit den hübschen Steinen ist es stockfinster. Ich komme mir doch ein bisschen wie ein Einbrecher vor. Ich suche nach einer großen Attraktion des Museums: dem Stern von Indien. So heißt der vermutlich größte Saphir der Welt. Das ist ein blauer Edelstein. Als ich ihn entdecke, bin ich etwas enttäuscht. So groß ist der Saphir gar nicht.

Dafür ist das Museum of Natural History wirklich riesig. Jeder Raum ist voll mit ausgestopften Tieren und Figuren und alten Steinen. Anders als in vielen Museen in Deutschland sind die Ausstellungs-Stücke dicht an dicht gedrängt. Das Museum sieht dadurch eher aus wie ein riesiger Laden, in dem man alte Sachen kaufen kann. Saurier-Knochen zum Beispiel. Viele Dinge kommen mir bekannt vor, weil ich sie schon im Kino gesehen habe. Mit einem feinen Unterschied: Sie rühren sich nicht vom Fleck! Oder vielleicht doch, wenn ich gaaanz leise bin...

Knacksen und Ächzen

Plötzlich höre ich im Flur hinter mir einen lauten Knacks. Dann fängt etwas an, gewaltig zu ächzen und zu rauschen. Sind sie vielleicht doch lebendig, die Ungeheuer aus der Urzeit? Ich drehe mich um und gehe in Richtung Haupteingang. Ziemlich schnell, um ehrlich zu sein.

In einem Seiteneingang scheppert eine Tür ins Schloss. Aubrey steht neben mir. Sie hat mir einen tierischen Schrecken eingejagt. "Ich wollte nur wissen, ob alles in Ordnung ist", sagt Aubrey. "Wir lassen jetzt die Besucher ins Museum. Nicht, dass du dich erschrickst." Danke, habe ich schon. Als wir zum Ausgang schlendern, erzähle ich Aubrey, dass ich in einem Flur etwas Merkwürdiges gehört habe. Aubrey kichert. "Ja, das ist unser Museums-Gespenst", sagt sie. "Wir nennen es Klima-Anlage."
Weitere Beiträge zu den Themen: Kinderseite (7289)November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.