Pippi wäre jetzt wohl Oma

Sie ist das stärkste Mädchen der Welt und fast überall beliebt: Pippi Langstrumpf. Vor 70 Jahren kam die Buchfigur in die Welt - und sorgte damals für jede Menge Aufregung.

"Kein normales Kind isst eine ganze Sahnetorte auf oder geht barfuß auf Zucker." So ärgerte sich ein Vater über ein bekanntes Buch: Pippi Langstrumpf. Es war kurz vorher in dem Land Schweden in die Buchläden gekommen. Das war am 26. November 1945 - also heute vor 70 Jahren. Manche Erwachsenen fürchteten: Die Buchfigur Pippi könnte ein schlechtes Vorbild für Kinder sein.

Keine Regeln

Denn Pippi schert sich nicht um die Regeln der Erwachsenen. Sie kann ein Pferd tragen und ist so großzügig, dass sie sogar Räubern Goldstücke schenkt. Dazu kennt sie noch viele witzige Spiele.

Dass es die Buchfigur Pippi überhaupt gibt, liegt an einem Mädchen aus Schweden: Die siebenjährige Karin musste im Jahr 1941 mit einer Lungen-Entzündung im Bett liegen und bettelte ihre Mutter an: "Erzähl mir was." "Was soll ich denn erzählen?", fragte die Mutter. Und Karin sagte: "Erzähl mir was von Pippi Langstrumpf!" Sie hatte sich den Namen wohl gerade ausgedacht.

Die Mutter hieß Astrid Lindgren und musste später, als sie eine berühmte Schriftstellerin war, oft berichten, wie es zu Pippi gekommen war. Irgendwann hatte Astrid Lindgren beschlossen, die Geschichten aufzuschreiben und Karin zum Geburtstag zu schenken.

Astrid Lindgren schickte eine Kopie der Geschichten auch an einen Verlag. Aber der lehnte ab. Erst später interessierte sich ein anderer Verlag und veröffentlichte sie als Buch.

Heute hat Pippi Millionen Fans. Kaum einer sorgt sich, dass sie ein schlechtes Vorbild sein könnte. Pippi selbst will wohl auch eher, dass die Leute mehr Quatsch machen. In einer Geschichte verstreut sie vor feinen Damen Zucker, läuft barfuß darüber und sagt: "Ich glaube, ihr solltet es auch versuchen, denn was Lustigeres kann man sich nicht vorstellen." (dpa)
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