Pressather Fähnlein folgt einer Einladung der "Askanier" - Höhepunkt der Feldlagersaison
Zum Mittelalterfest auf Burg Ziesar

Pressath. Deutlich ausgeweitet hat das "Fähnlein anno 1519" seinen Aktionsradius. Die Protagonisten folgten einer Einladung der "Askanier", die im Juli am großen Jubiläumsfeldlager der Pressather Renaissancetruppe am Kiesi-Beach teilgenommen hatten und besuchten das Mittelalterfest auf Burg Ziesar in Brandenburg.

Die beeindruckende Burganlage, deren erste Erwähnung aus dem zehnten Jahrhundert datiert, bildet mit ihrem 35 Meter hohen Bergfried die ideale Kulisse für historische Spektakel. Mit einem großen Aufmarsch aller mitwirkenden Mittelalterfans, Askanier und Händler begann das neunte Mittelalterfest auf Burg Ziesar.

Zelte, Handwerksbuden, Schmieden mit ihren rotglühenden Essen, sowie Hersteller von Gewandung, Schmuck und Kinderspielzeug reihten sich im Burgpark aneinander. Die Bruderschaft der Askanier und die mit ihnen befreundeten Mittelaltervereine ließen das Publikum wieder einmal in die Welt des Mittelalters eintauchen. Als Exoten aus dem Bairischen standen die Landsknechte und Marketenderinnen aus Pressath im Zentrum des Publikumsinteresses. Selten fanden die Pressather so herzliche Aufnahme bei einem Mittelalterfest wie hier in der südwestlichsten Ecke von Brandenburg. Dabei hatten die Askanier beim Fähnleinjubiläum in Pressath schon vor der Veranstaltung durchaus unschöne Erfahrungen mit Vandalen gemacht. Das Pressather Fähnlein hatte sich auf historische Spiele für Alt und Jung spezialisiert und präsentierten in Ziesar verschiedene Geschicklichkeits- und Denkspiele. Musikalisch präsentierte die Gruppe "Multus Tumultus" Mittelalter-Rock. Mit Trommeln, Dudelsack und Gesang wurden alte historische Melodien aufgepeppt und kunstvoll vorgetragen. Das Publikum ließ sich nicht zweimal bitten, als es aufgefordert wurde zu klatschen und mitzumachen. Ganz Mutige beteiligten sich sogar an den Mittelaltertänzen. Die Rufe "Jubel, Jubel" und "Handgeklapper" schallten oft über den Burghof von Ziesar und waren deutliche Belege für überaus zufriedene Besucher.

Über die Geschichte von Burg und Siedlung Ziesar wurden die Pressather Gäste aus erster Hand von einem Schelm und Possenreißer informiert. Er mischte sich wie einst "Till Eulenspiegel" unters Volk und offerierte dem Publikum seine eigenen Geschichten um die Historie von Ziesar. Sein schelmischer Plan die Burg Ziesar gleich an beide verfeindeten Lager zu verkaufen scheiterte und wurde zum Fanal für die Erstürmung der Festung.

Schwertkämpfer, Ritter, Bogenschützen und Fußvolk kämpften heftig um die Anlage zu erobern, aber Ulrich von Ende und Ritter Roderich zu Kienwerder gaben ihre Burg Ziesar nicht kampflos auf. Deftige Wortgefechte zwischen den Lagern sorgten bei den Beteiligten und den zahlreichen Besuchern für heftiges Gelächter. Till Eulenspiegel wurde von Clemens Bergstedt eigenhändig an die Feinde ausgeliefert. Beim Angriff auf die Burg gelang dem Gaukler die Flucht. Als die beiden feindlichen Lager erkannten, dass sie von Till Eulenspiegel verschaukelt worden waren verbündeten sich am Ende gegen ihn.

Für die Oberpfälzer wurde der Besuch in Ziesar zu einer ganz neuen Erfahrung. Die Brandenburgische Gastfreundschaft der Askanier ließ die Pressather zudem auch die vielen Kilometer An- und Heimreise vergessen. Gerne will man auch in den nächsten Jahren einmal wieder die Reisestrapazen auf sich nehmen, um den Freunden in Ziesar einen Besuch abzustatten. Der letzte Ausritt im Jahr 2015 war zugleich auch der Höhepunkt der Feldlagersaison.
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