Promovierte Doktoren sind keine Fachkräfte: Abgeschlossene Berufsausbildung fehlt

Zum Fachkräftemangel:

Das Thema ist in aller Munde. Dies zeigen auch Leserbriefe im "Neuen Tag". Um es deutlich vorweg zu nehmen und ohne betroffenen Personen nahetreten zu wollen: Promovierte Doktoren sind keine Fachkräfte.

Fachkraft wird im Allgemeinen ein Personenkreis mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung bezeichnet, in einer Exportnation wie Deutschland wäre dies der gerne genannte CNC-Fräser.

"Der/die ist vom Fach" hätte man früher gesagt. Aus der harten Sicht eines Unternehmers stellt sich ein junger promovierter Doktor wie folgt dar: Anfang 30, etwa 10 Jahre Studienzeit inklusive Doktoranden-Zeit und Promotion - als Fachkraft zu teuer, als Führungskraft ungeeignet, da noch keinerlei Berufserfahrung vorhanden ist. So zeigt dieser Fall doch auch das Dilemma in Deutschland.

Die Rekordzahl von Studienanfängern belegt, dass immer weniger junge Menschen bereit sind, sich als Fachkraft ausbilden zu lassen. Dabei sollte eines klar gestellt werden: Ein Studium bringt lediglich den Nachweis, sich in einer gewissen Zeit eine bestimmte theoretische Erkenntnis aneignen zu können. Daran ändern auch Praktika und Laborarbeiten an der Hochschule nichts.

Weiterführende Studien oder die Promotionen ohne gleichzeitig vorhandene praktische Berufserfahrungen führen zur Überqualifikation auf dem Arbeitsmarkt. Dies ist genauso schädlich wie das Fehlen von allgemeinen schulischen Kenntnissen.

Zusammengefasst, hapert es doch eher an - geeigneten - Fachkräften. Diese sollten in einer gesunden Volkswirtschaft die Mittelschicht der Gesellschaft bilden. Die Spaltung der Mittelschicht zeigt sich gerade hier am Fehlen von tatsächlich benötigten Fachkräften. Es wäre auch die Aufgabe des Staates, hier über geeignete Maßnahmen entgegenzuwirken. Leider fehlt wie so oft ein Allheilmittel.

Manfred Striegl, 92714 Pleystein
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