Putin eiskalt berechnend

So sehr das Gedenken auch an die russischen Gefallenen am Herzen liegt, ist jedoch ein entscheidender Aspekt völlig übergangen: Nämlich, dass diese "Siegesfeier" nicht in erster Linie das Gedenken an die gefallenen Soldaten des 2. Weltkriegs wach halten soll.

Für den eiskalt berechnenden russischen Präsidenten Putin bietet sich hier eine hervorragende Gelegenheit, seine arg ramponierte internationale Reputation ohne eigene Anstrengung kräftig aufzupolieren.

Jeder westliche Diplomat oder Politiker, der zu dieser monströsen Veranstaltung erscheint, ist einer zu viel. Um Gefallene zu ehren, bedarf es nicht einer solch spektakulären, werbewirksamen Machtdemonstration.

Die ehemalige tschechische Parlamentspräsidentin Miroslava Nemcová brachte es auf den Punkt, als sie sagte, es gebe auch andere Möglichkeiten des würdevollen Gedenkens als die Teilnahme an "Feierlichkeiten in einem Land, das das internationale Recht bricht und mit seiner Propaganda die innere Sicherheit einer Reihe von Ländern in Europa bedroht". Treffender kann man es nicht sagen.

Erich Wein 92224 Amberg
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