Pyrotechnik und Böller kamen fast ausschließlich von Bayern-Fans

Zum Polizeieinsatz beim Regionalligaderby FC Bayern München gegen TSV 1860 U 21:

Der dpa-Bericht bedarf unbedingt einer Klarstellung. Über die Notwendigkeit und die Intensität des Polizeieinsatzes (weit über 1000 Beamte) kann man trefflich streiten und je nach Betrachter völlig konträre Meinungen haben. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie so oft in der Mitte.

Ein für eine ansonsten als seriös bekannte Agentur journalistisches Armutszeugnis ersten Ranges ist es jedoch, alles in einen Topf zu werfen. Und weil der Löwen-Anhang grundsätzlich sowieso an allem schuld ist, zu verschweigen, dass, wohlgemerkt an diesem Tag, Pyrotechnik und Böller in sehr erheblichem Umfang fast ausschließlich von Anhängern des Gastgebers FC Bayern München eingesetzt wurden. Die Spielunterbrechung zu Beginn der zweiten Hälfte hatten daher diesmal nur die roten Anhänger zu verantworten.

Darüber hinaus waren Schriftbanner im Vorfeld verboten worden; die Bayern-Fans hat das Verbot nicht gestört und daher die Polizei und den eigenen Ordnungsdienst natürlich auch nicht. Letzteres ist aus meiner bescheidenen Sicht auch kein Thema, aber was wäre umgekehrt gewesen? Die Vertreter der blauen Gegenpartei in Gestalt der Löwen-Anhänger sind wahrlich auch keine Heiligen wie die jüngere Geschichte gerade um das Amateur-Derby oftmals deutlich bewiesen hat.

Der Öffentlichkeit allerdings, weil es diesmal eben anders war, eine differenzierte Wahrheit vorzuenthalten, hat mit sauberer Recherche nichts zu tun. Die negativen Begleiterscheinungen, die es woanders leider auch gibt, seien einmal kurz nebenan gestellt. Stimmungstechnisch sind die Spiele - auch dank einer mittlerweile sehr respektablen roten Amateure-Szene - immer ein Erlebnis. Im Stadion an der Grünwalder Straße herrscht im Gegensatz zu dem für Schweigeminuten am besten geeigneten Konsumtempel Allianz-Arena eine bombastische Fußballatmosphäre.

Günter Becher, Mitglied "FDS- Freunde des Sechzgerstadions" Sulzbach-Rosenberg
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