Quotenerfolg für die ARD
Ferdinand von Schirachs "Terror" mit technischen Problemen

Der angeklagte Eurofighter-Pilot Lars Koch (Florian David Fitz) in einer Szene des Films "Terror - Ihr Urteil". Bild: Terjung/ARD Degeto/Moovie/dpa

Mit überwältigender Mehrheit sprechen die Zuschauer den angeklagten Luftwaffenpiloten frei, der eigenmächtig einen Airbus abschoss. Die Quote von "Terror - Ihr Urteil" war gut, doch das ARD-Ereignis wurde durch technische Probleme getrübt.

Berlin. ARD-Programmdirektor Volker Herres sprach vom "Fernseh-Event". In der Tat: 6,88 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 20,2 Prozent) verfolgten das Gerichtsdrama "Terror - Ihr Urteil", bemerkenswert viel für einen Montagabend im Ersten. Mehr noch: 609 000 Menschen stimmten kurz nach dem Ende des Films ab, welches Schicksal den Kampfpiloten der Bundeswehr treffen sollte. Dieser hatte eine Passagiermaschine mit 164 Menschen an Bord abgeschossen, um zu verhindern, dass der entführte Jet in ein Fußballstadion mit 70 000 Zuschauern stürzt.

Website bricht zusammen


Von den 609 000 urteilten 86,9 Prozent, der Pilot sei freizusprechen, 13,1 Prozent befanden ihn für schuldig. Getrübt wurde die Abstimmung dadurch, dass viele Zuschauer auf der entsprechenden Internetseite gar nicht ihr Votum abgeben konnten, weil sie durch den großen Ansturm innerhalb kurzer Zeit blockiert war. Gleiches galt für die Telefon-Hotline. Die Probleme wurden in den sozialen Netzwerken teils erbost, teils enttäuscht kommentiert.

Bereits im Theater ein Hit


Ein ARD-Sprecher unterstrich aber, dass trotz dieser Probleme an der Eindeutigkeit des Publikumsurteils nicht zu rütteln sei. In Österreich stimmten ebenfalls bei zeitgleicher Ausstrahlung 86,9 Prozent für unschuldig, in der Schweiz 84 Prozent. Wie viele votierten, blieb offen.

Das TV-Spiel mit Martina Gedeck als Staatsanwältin, Burghart Klaußner als Vorsitzender Richter am Berliner Schwurgericht, Florian David Fitz als Angeklagter und Lars Eidinger als Verteidiger entstand auf der Basis eines Theaterstücks des Autors Ferdinand von Schirach, das mehr als 400 Mal aufgeführt wurde. Und was meint der Autor selbst? Von Schirach findet: sowohl als auch. In der Realität wäre der Pilot wohl verurteilt worden, vermutet von Schirach. "Völlig zu Recht."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.