"Regi": "Landkreis enger einbinden"
Briefe an die Redaktion

Zum Artikel vom Wochenende "Leserbriefe lassen Stadträte kalt":

Zweifellos lässt sich ein Haushalt nicht mit "hätte gern" sanieren, wie Walter Leupold gemeint hat. Und zweifellos müssen Politiker häufig Notwendiges, aber Unbeliebtes beschließen und können nicht immer so handeln, wie es die Bürger gerne hätten. Jedoch eines müssen Politiker ebenso: nämlich die Bürger ernst nehmen. Wenn nun aber der SPD-Stadtrat Roland Richter die Diskussion über die Maßnahmen zur Regionalbibliothek nur damit kommentiert, dass ihn diese kalt lasse, bin ich doch mehr als nur irritiert. Lässt es diesen Sozialdemokraten denn wirklich kalt, dass mit solchen von ihm mitgetragenen Maßnahmen, v.a. Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien getroffen werden? Lässt es den Deutschlehrer Roland Richter nun auch kalt, dass man der Leseförderung außerhalb der Schule nun völlig die Grundlagen entzieht? Lässt es die SPD kalt, dass sie bereits auf kommunaler Ebene daran scheitert, gleiche Bildungschancen für alle zu schaffen?

Abgesehen davon lässt sich an die Stadträte allgemein die Frage stellen, ob sie ernsthaft glauben, mit diesen Maßnahmen den erhofften Erfolg zu erreichen. Offensichtlich gehen diese Leute davon aus, dass die Bürger ihre Ausleihen weiterhin tätigen wie bisher. Schon allein deshalb sollten Politiker solche Diskussionen ernst nehmen. Und bevor man von einer Schließung spricht, könnte man tatsächlich mit den Landkreisen über einen gemeinsamen Finanzierungsweg verhandeln, wie ein Leser bereits angemerkt hat. Denn die Regionalbibliothek ist gerade für das Umland eine wichtige Institution - aber auch für Weiden als Oberzentrum.

Josef BauerEngleshof

Stadtrat erzeugt Negativ-Image

Elternbeiräte des Kinderhauses Tohuwabohus nehmen zum Artikel "Familien nicht ohne Not belasten" vom 19. November Stellung:

Auch wir sind natürlich der Meinung, da wir selbst betroffen sind, dass Eltern nicht ohne Not mit höheren Elternbeiträgen für die Kinderbetreuung belastet werden sollten. Daher stellt sich uns die Frage, mit welcher Begründung den Eltern des Tohuwabohus laut Stadtratsbeschluss, alle zwei Jahre eine Gebührenerhöhung ins Haus flattert, während die Beiträge in anderen Einrichtungen mit freien Trägern plötzlich doch gleich bleiben sollen? Es wirkt paradox, dass derselbe Stadtrat, der die regelmäßige Gebührenerhöhung im Tohuwabohu fordert, in der Stadtratssitzung den Eindruck erzeugt hat, es sei zu teuer.

Sicherlich ist das Tohuwabohu nicht eins zu eins mit anderen Kindertagesstätten vergleichbar. Wir wollen anmerken, dass das Tohuwabohu zwar einen höheren Grundbeitrag ausweist, dafür aber eine klare Kostentransparenz bietet (Grundgebühr, Getränkegeld und optional Essensgeld). Es fallen keine weiteren Ausgaben wie Aufnahmegebühr, Spielgeld etc. an, die teilweise in anderen Einrichtungen zusätzlich verlangt werden. Addiert man diese versteckten Beträge nämlich, relativiert sich der Unterschied bei den Kosten sehr schnell.

Zudem sind die Öffnungszeiten so ausgerichtet (7 bis 17.30 Uhr), dass sich Familie und Beruf besser vereinbaren lassen, was in unserer Region nicht selbstverständlich ist. Das Kinderhaus kann durchgehend von der Krippe bis zum Hort besucht werden, hat eine integrative Gruppe und bietet ein vielfältiges pädagogisches Konzept für alle Altersgruppen. Gerade in der aktuellen Diskussion um die Qualität der Essensversorgung in Schulen und Kindertagesstätten kann das Tohuwabohu mit einer (noch) eigenen Küche punkten, in der auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung Wert gelegt wird. Für viele Eltern ist gerade das ein wesentlicher Grund, ihre Kinder in diese Einrichtung zu geben.

In diesem Bereich versucht die Stadt nun durch die Einsparung von Küchenpersonal den Rotstift anzusetzen. Es sollte bedacht werden, dass nicht nur die Erhöhung von Gebühren eine Belastung ist, sondern auch eine Verringerung der Leistung. Wir halten es für den falschen Weg in Zeiten, wo in anderen Einrichtungen endlich die Qualität des Essens gesteigert werden soll, im Tohuwabohu einen Rückschritt in Kauf zu nehmen.

Die genannten Vorteile des Tohuwabohu finden wir gut und wichtig und wollen, dass unsere Kinder auch in der Zukunft die Möglichkeit haben, gerne dorthin zu gehen und die Eltern sich diese Betreuung leisten können. Die Großzügigkeit, die der Stadtrat anderen Einrichtungen gegenüber zeigt, wünschten wir uns auch. Klar ist zwar, dass gespart werden muss. Es kann aber nicht sein, dass das nur zu unserem Nachteil geschieht und in diversen Äußerungen von einzelnen Stadträten in der Presse zudem ein Negativ-Image erzeugt wird, das das Kinderhaus angesichts der Hintergründe nicht verdient hat.

Nina Raab, 2. Vorsitzende des Elternbeirates des Kinderhauses Tohuwabohu, Weiden

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