Region Freiburg befürchtet Serienmörder
Rätselhafte Frauenmorde

Anwohner legen Blumen auf dem Marktplatz in Endingen (Baden-Württemberg) für die getötete Joggerin nieder. Bild: dpa

Nach zwei tödlichen Sexualverbrechen im Raum Freiburg tappt die Polizei im Dunkeln. Sie kann die Frage, ob ein Mehrfachtäter am Werk ist, nicht beantworten. Es fehlt in beiden Fällen eine heiße Spur.

Freiburg. Erst eine Studentin, dann eine Joggerin. Beide Frauen sind alleine unterwegs. Ihnen wird aufgelauert, sie werden vergewaltigt und getötet. Es sind zwei Mordfälle im Raum Freiburg innerhalb eines Monats, die verunsichern. Sie sind bis heute nicht aufgeklärt. Die Sorge, dass beide Taten zusammenhängen und ein Mehrfachtäter am Werk ist, kann die Polizei nicht ausräumen. Ihr fehlt in beiden Fällen eine heiße Spur. Die bisherigen Ermittlungen haben nicht in eine entscheidende Richtung geführt.

Gemeinde unter Schock


Am Donnerstag, genau eine Woche nach dem Fund der Leiche, wird im 9000 Einwohner zählenden Endingen bei Freiburg Abschied genommen von der ermordeten Joggerin. Kerzen brennen, Blumen und Kränze werden niedergelegt, die Menschen trauern. "Die Gemeinde steht unter Schock", sagt Bürgermeister Hans-Joachim Schwarz am Rande der Trauerfeier. Beigesetzt wird die Frau im engsten Familienkreis.

Rund drei Wochen, bevor die Joggerin ermordet wurde, traf es im 30 Kilometer entfernten Freiburg eine 19 Jahre alte Medizinstudentin. Sie war nachts mit ihrem Fahrrad auf dem Weg von einer Studentenparty nach Hause, als sie am Uferweg des Flusses Dreisam Opfer des Verbrechens wurde. Auch sie wurde vergewaltigt und getötet. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur - wie in Endingen.

"Treibt ein Serientäter im Raum Freiburg sein Unwesen? Diese Frage beschäftigt ganz Deutschland", sagt TV-Moderator Rudi Cerne, als er am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" um Hinweise zu den tödlichen Sexualverbrechen bittet. "Beide Taten tragen das gleiche Bild", sagte der Chef der Staatsanwaltschaft Freiburg, Dieter Inhofer, zu Beginn der Ermittlungen in Endingen. In dem Fall gehe die Polizei mittlerweile rund 500 Spuren und Hinweisen nach, sagte ein Sprecher am Donnerstag.

Durch die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" seien 16 zusätzliche Hinweise eingegangen, sagte Polizeisprecher Walter Roth am Donnerstag. "Wir haben noch sehr viel zu tun. Wir sind auch weiterhin optimistisch, dass es eine positive Entwicklung nimmt", erklärte Roth. Die Ermittler hoffen, dass die Kriminaltechniker im Landeskriminalamt die DNA des Täters im Mordfall der Joggerin finden. "Wenn man eine DNA-Spur hat, dann kann man einen Abgleich bundesweit vornehmen. Wir sind im Moment noch nicht so weit, dass wir eine verwertbare Spur haben", betonte Roth.

Auch nach Hinweisen zum Fall der Mitte Oktober in Freiburg getöteten 19 Jahre alten Studentin gab es bei "Aktenzeichen XY ... ungelöst" Fragen. In diesem Mordfall hatte die Analyse einer männlichen DNA-Spur am Tatort nicht den erhofften Erfolg gebracht. Die sichergestellte Probe wurde mit einer bundesweiten Datenbank abgeglichen - ohne Treffer.
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