Regisseur Hans-Jürgen Tögel
Fernsehlegende hat Buch geschrieben

Stapelweise Erinnerungen: Der Regisseur Hans-Jürgen Tögel mit Exemplaren seines Buches. Bild: dpa

Regisseur Hans-Jürgen Tögel hat mit der "Schwarzwaldklinik" oder dem "Traumschiff" Fernsehgeschichte geschrieben. In einem Buch erzählt er jetzt, warum er seine Karriere anderthalb großen Kohlrouladen zu verdanken hat.

München. Wer dafür gesorgt hat, dass Sascha Hehn in der "Schwarzwaldklinik" und im "Traumschiff" gut rüberkam, wer nicht nur "Derrick" drehte, sondern auch noch "Ein Fall für Zwei", "Siska" den "Tatort" und die ein oder andere Pilcher-Schmonzette - der kann mit Fug und Recht von sich behaupten, deutsche Fernsehgeschichte geschrieben zu haben. Der Regisseur Hans-Jürgen Tögel (74) hat genau das getan und jetzt ein Buch über seine Fernsehgeschichten auf den Markt gebracht. "Traumreise meines Lebens" heißt es.

Darin erzählt er davon, wie er als Regieassistent beim Klassiker "Zur Sache, Schätzchen" zum ersten Mal hinter der Kamera stand und wie er dabei Uschi Glas erlebte, die der Film zum Star machen sollte: "Sie hat alles mitgemacht beim Drehen, war überhaupt nicht zickig oder übertrieben ehrgeizig. Im Gegenteil: Sie war sehr professionell und mit ihrer spontanen Art die perfekte Besetzung."

Aufgewachsen in Bayreuth


Seine Liebe zur Bühne hatte Tögel allerdings schon viel früher entdeckt - als Spielkamerad der Kinder des Wagner-Clans, aufgewachsen in der Wahnfriedstraße in Bayreuth, gleich neben der berühmten Villa. Bei der Präsentation seiner Biografie am Montagabend in München erzählt er, wie seine Begeisterung für Schauspielerei und Inszenierung erwachte, während er als Zwerg im "Rheingold" auf der Bühne stand.

Sein Buch besteht zum großen Teil aus Anekdoten aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Fernsehregisseur. Allein 60 Folgen der "Schwarzwaldklinik" hat er gedreht. "Wichtig war uns immer, dass die Geschichten lebensnah erscheinen", schreibt er in seiner Biografie. "So hat Harald Juhnke auch einen Säufer gespielt, seine eigene Sucht war hinlänglich bekannt." Die Dreharbeiten habe das aber nie gefährdet. "Ich habe Harald immer als disziplinierten, zuverlässigen Profi geschätzt."

Zu verdanken hatte er all das vor allem dem legendären TV-Produzenten Wolfgang Rademann - und anderthalb großen Kohlrouladen. Die habe er nämlich während des Essens verputzt und Rademann sei davon so begeistert gewesen, dass er ihm die Serie "Schöne Ferien" anbot - und "Die Schwarzwaldklinik". Nach dem Tod zweier seiner Vorgänger habe er Rademann nur versprechen müssen, dass er nicht auch noch stirbt, sagt Tögel im Interview der Deutschen Presse-Agentur. "Und jetzt ist er vor mir gegangen."

Den Söhnen gewidmet


Rademann war Ende Januar gestorben, Tögel hat ihm sein Buch gewidmet. Geschrieben hat er es aber ursprünglich für seine Söhne Mark und Fabian. "Ich wollte dieses Buch schreiben, weil meine beiden Söhne sehr viel ohne mich aufgewachsen sind", sagt er bei der Buchvorstellung in München. Sie sollen jetzt wenigstens lesen können, was er die ganzen Jahre gemacht hat.
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