Reiterhof Reisach wegen Pferdeseuche unter Quaratäne
Pferdeseuche: Unter Quarantäne

Schwere Zeiten für den Reiterhof: Zwei Pferde waren an Equiner infektiöser Anämie erkrankt und mussten eingeschläfert werden. Bei allen anderen Pferde verlief der Test negativ. Nun stehen alle Pferde im Umkreis von einem Kilometer für die nächsten drei Monate - so lange ist die Inkubationszeit - unter Quarantäne. Bild: Götz

Der Besitzerin ist das Herz schwer: Ihr Reiterhof Reisach (Gemeinde Trausnitz) steht für drei Monate unter Quarantäne. Zwei Tiere waren mit "Equiner infektiöser Anämie" infiziert und wurden eingeschläfert. Das Veterinäramt hat am Dienstag einen Sperrbezirk errichtet.

rausnitz/Schwandorf.(cv) Die Pferdeseuche EIA ist nun auch im Landkreis Schwandorf festgestellt worden, bestätigt das Landratsamt Schwandorf. Pressesprecher Hans Prechtl erläutert auf Anfrage, dass die Krankheit Mitte Juli in einem Stall in Oberbayern - in Rosenheim - ausgebrochen war. Das betroffene Pferd war vor vier Jahren in Reisach, so das Ergebnis der bundesweiten Meldekette. Daraufhin untersuchte das Veterinäramt den gesamten Bestand, testete alle zwölf Pferde und stellte bei zweien die Krankheit fest. Der serologische Blutbefund war eindeutig, eine Heilung gibt es nicht. Die beiden Tiere mussten eingeschläfert werden.

Für drei Monate

Vom Veterinäramt wurde im Umkreis von einem Kilometer ein Sperrbezirk eingerichtet. "Eine sogenannte Verbringungssperre", erklärt Hans Prechtl. Drei Monate lang darf kein Pferd auf das Gelände gebracht werden oder den Hof verlassen. Diese Anordnung gilt nur für Pferde. Auf Menschen oder andere Tiere ist die Krankheit nicht übertragbar. Für die Pferdepension, die sich auch dem Wanderreiten verschrieben hat, ist die Quarantäne ein schwerer Schlag. Ulrike von Godin - völlig unvermittelt und unverschuldet in die schwierige Situation geraten - geht tapfer und offensiv damit um. Die Equine infektiöse Anämie sei eine gesetzlich definierte Krankheit mit klar umrissenen Folgen wie der amtlichen Untersuchung des Bestandes und das Einschläfern der Tiere. Auf ihrer Homepage appelliert die Eigentümerin an Rücksichtnahme: "Von Herzen bitten wie Sie/Euch um Unterstützung, dass unser Betrieb ohne Hysterie, Panik, überschwappende Emotionen, oder 'falsches Gerede' die geliebte Arbeit mit unseren Pferden fortführen kann, die Zeit ist schwer genug". Alle anderen Pferde weisen einen negativen Befund auf und werden ab jetzt in regelmäßigen Abständen getestet. Nach drei Monaten wird die letzte Untersuchung zeigen, ob das Sperrgebiet aufgehoben werden kann, oder die Quarantäne verlängert werden muss. Von letzterem geht Pressesprecher Hans Prechtl derzeit nicht aus. Von zwölf Pferden gab es bei zweien einen Befund. Es scheine sich wohl um keine großflächige Erkrankung zu handeln.

Für Menschen ungefährlich

Doch in den nächsten drei Monaten sind sämtliche Ausritte untersagt. Für die Besitzerin heißt das: Der Reit- und Pensionsbetrieb, der ja gerade in den Ferien floriert, ist voraussichtlich bis November eingestellt. Übertragen wird die Krankheit übrigens von "blutsaugenden Insekten" - und das von Pferd zu Pferd. Für andere Tiere oder Menschen ist das Virus ungefährlich. Das Veterinäramt muss nun seinerseits wieder nachvollziehen, mit welchen Ställen die beiden getöteten Tiere Kontakt hatten, und wo möglicherweise infizierte Pferde stehen könnten. Zuletzt war die Seuche vor fünf Jahren in der Oberpfalz ausgebrochen. Eingeschleppt wurde sie von kriminellen Pferdehändlern aus Rumänien. Es gab damals sieben Fälle, zwei davon auch im Landkreis Schwandorf.
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