Respekt für die Arbeit der Bürgerinitiative
Briefe an die Redaktion

Zum Leserbrief von Sibylle Koczy zum Thema "Schafferhof".

Leider scheinen einige wenige, darunter auch Frau Koczy, immer noch nicht begriffen zu haben um was es eigentlich geht. Es geht einzig und allein um die Finanzierbarkeit eines Projektes - ob unsinnig oder nicht sei dahin gestellt. Auf jeden Fall ist dieses Projekt "Schafferhofsanierung" zurzeit mit diesen immensen Kosten nicht realisierbar.

Frau Koczy wirft den Markträten und dem Bürgermeister vor, sich hinter Rechtsaufsicht und Paragrafen zu verstecken. Was soll das denn? Die Fakten/Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Oder hat Frau Koczy bei der Bürgerversammlung nicht aufgepasst? Statt dem engagierten Marktrat Edgar Wenisch Respekt zu zollen, der ein Konzept zur möglichen kostengünstigeren Finanzierung erstellte, wirft sie ihm vor "keine Ahnung zu haben". Zu diesem Konzept bemerkte sie auch: "Das ist ja nur so groß wie ein Einfamilienhaus oder eine Notfalllösung." Ja was will denn Frau Koczy? Ein Museum so groß wie das Germanische Nationalmuseum, oder geht's auch kleiner?

Frau Koczy sollte froh sein einen Bürgermeister wie Max Bindl zu haben, der alle Fakten und Zahlen schonungslos vorlegt. Laut Bericht durch Edgar Wenisch in der Bürgerversammlung waren, als man die Markträte zur Abstimmung über Kauf und Sanierung des Schafferhofes bat, 600 000 Euro als Rücklagen im Gemeindesäckel deklariert. Die anderen Zahlen lasse ich einmal außen vor.

Aber es sei die Frage erlaubt: Wo sind zwei Jahre später diese 600 000 Euro geblieben? Es waren, laut Auskunft durch die Bürgerinitiative, 2008 nur mehr 20 000 Euro vorhanden. Auch die exorbitant hohen Planungskosten von etwa 500 000 Euro, obwohl noch gar nichts gebaut wurde oder wird, stechen ins Auge. Fragen über Fragen, es gäbe noch viele. Aber das würde den Rahmen sprengen.

Aber wie sagte Frau Koczy? Man kann das Rad nicht zurückdrehen. Richtig. Aber aufhalten kann man es. Anerkennung sollten die "Befürworter" der Sanierung dem Konzept der Bürgerinitiative entgegenbringen. Diese haben sich Mühe und Arbeit gemacht ein vielleicht finanzierbares Konzept zu erstellen. Ob es greift wird man sehen. Ich jedenfalls zolle der Bürgerinitiative und federführend Edgar Wenisch Respekt für die Arbeit.

Wo bleibt etwa ein Konzept zur Finanzierbarkeit des Schafferhofes durch Frau Koczy und Freunde? Nur alles bemängeln, kritisieren und der hervorragende Hinweis: "Tut endlich etwas". Da die Befürworter offensichtlich kein Konzept haben, kann ich vielleicht helfen: Alle Befürworter werden bei ihrer Bank vorstellig und beantragen einen Kredit zur Sanierung des Schafferhofes. Denn wie auf der Bürgerversammlung ausgeführt bekommt eine Gemeinde ja nicht so einfach Geld.

Mit diesen Krediten kauft man dann der Gemeinde das Grundstück ab und übernimmt auch alle bis dato angefallenen Kosten. Im Gegenzug erhalten die Finanzierer alle Einnahmen aus den Besucher- und Pilgerströmen, die nur so ins Museum drängen. Man kann ja die Gewinne am Jahresende, wenn auch die jährlichen Unterhaltskosten beglichen sind, mit Zinsen an die Kreditgeber auszahlen.

Den Satz eines amerikanischen Präsident münze ich auf Frau Koczy und Freunde um: Frag nicht was deine Gemeinde für dich tun kann, frag lieber was kannst du für deine Gemeinde tun. Daran sollten sich die Befürworter messen lassen. Fakt ist, zumindest für mich: Beide Projekte (Gemeinde und BI) werden nicht zu finanzieren sein. Besucher- und Pilgerströme habe ich in Konnersreuth noch nicht bemerkt. Die Befürworter sollten ihre gebetsmühlenhaft vorgetragene Ignoranz der Tatsachen, Fakten und Zahlen aufgeben und akzeptieren, dass die Gemeinde dieses Projekt nicht schultern kann.

Vielleicht greifen die Befürworter meinen Vorschlag auf und haben dann alles in eigenen Händen, können sanieren, reparieren und vor allem finanzieren ohne die Gemeinschaft über Gebühr zu strapazieren. Nur weil einige etwas wollen, müssen es noch lange nicht alle wollen.Und: Es muss alles finanzierbar sein.

Rudi Tragl, Konnersreuth

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