Respekt vor Arbeit mit Flüchtlingen
Briefe an die Redaktion

Zum Leserbrief "Korrektur war richtig" in der Mittwochausgabe hat Bürgermeister Werner Nickl einige Anmerkungen:

Mich überkommt "entsetztes Frösteln" (Zitat), wenn in dem Leserbrief der Gymnasiallehrerin Zaus suggeriert wird, mit dem Wort "Erfüllungsgehilfe" seien möglicherweise "suspekte oder gar kriminelle" Handlungen verbunden. Das Wort "Erfüllungsgehilfe" ist im Paragraf 278 des Bürgerlichen Gesetzbuches definiert und findet in der Rechtsprechung ständig Anwendung. Hätte Zaus den Bericht des Neuen Tages vom 7. Oktober weitergelesen (was sie sicherlich getan hat), hätte sie begriffen, welche Aufgaben der Stadt ich gemeint habe. Mit diesem Leserbrief wurden Grenzen überschritten. Warum spricht mich Zaus bei unserem letzten Treffen im Mittendrin am Montag nicht persönlich deswegen an, wenn sie Probleme mit dieser Formulierung hatte? Was wir brauchen in dieser Zeit ist, zusammen zu helfen und miteinander zu reden anstatt besserwisserisch und ehrverletzende Leserbriefe zu schreiben.

Ich stehe zur Flüchtlingsarbeit, die sowohl von den Ehrenamtlichen als auch von der Stadt geleistet wird. Ich bin dabei, wenn es um die Sorgen und Nöte der Asylbewerber geht. Wenn meine Zeit es erlaubt, bin ich vor Ort, insbesondere bei den Montagstreffs. Bei mir finden Gespräche mit den Ehrenamtlichen statt, wie am besten geholfen werden kann. Genau das drückt doch meine Wertschätzung gegenüber den Ehrenamtlichen für deren wertvolle Arbeit aus. Die Stadt ist selbstverständlich bereit, weitere Flüchtlinge aufzunehmen - wir werden das gemeinsam meistern.

Werner Nickl

Bürgermeister der Stadt Kemnath

___

Leserbriefe müssen nicht die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe sinnwahrend zu kürzen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.