Respekt vor der Haltung Peter Gauweilers

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"Kein Auge will ich zukünftig mehr zudrücken! Jetzt reicht es mir", sind die enttäuschten Worte von Dr. Peter Gauweiler, repräsentative Figur der CSU. Was ist geschehen? Die Beantwortung dieser Frage hängt mit dem politischen Leben eines erzkonservativen Parteigängers und Zöglings von Franz Josef Strauß zusammen.

Alle Ebenen vom Stadtrat, Landtag, Bundestag hat er durchlaufen bis zur Funktion eines Vizevorsitzenden der CSU. Gauweiler, ein hartnäckiger Kritiker der unseligen Euro-Maßnahmen, hatte sich nicht gescheut, seiner Partei zu sagen, was er von der Euro-Rettungspolitik hält. Er hatte den Mut, als Einzelkämpfer den ominösen Europäischen Stabilitätsmechanismus als einen Teil des "Euro-Rettungsschirms" mit Klagen beim Bundesverfassungsgericht zu bekämpfen.

Seine eurokritischen Anmerkungen hatten die Parteispitze bewogen, Gauweiler aus wahltaktischen Gründen zum Partei-Vize zu küren. Als Galionsfigur für die Europawahl schien dieser wortgewaltige Parteimann als Stimmenfänger die richtige Auswahl zu sein. Es war eine krachende Niederlage. Im eigenen Parteilager wurden Attitüden beobachtet, die Gauweiler nicht schmeicheln. Der Top-Abstimmungs-Schwänzer war mit Abstand höchster Nebenverdienstler. Nach Meinung von Parteifreunden war er ein Nörgler, Polterer und Querulant. Mag sein! Ich aber achte seine Haltung - in besonderer Weise bei der Abstimmung im Bundestag, die Euro- und Rettungspolitik Griechenlands nicht mitzutragen. Gauweiler hat das geflügelte Politiker-Wort vermieden: "Wenn es ernst wird, lüge ich."

Max Tröster, 92242 Hirschau
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