Ritterbund besteht seit 95 Jahren und feiert am 6. und 7. Juni sowie am 11. Juli
Burghgartenfest und Festkapitel

Kemnath. (hl) Heuer kann der Ritterbund Waldeckh zue Kemenatha auf sein 95-jähriges Bestehen zurückblicken. Unter diesem Aspekt stehen heuer zwei besondere Veranstaltungen, zum einen das Burghgartenfest, das am 6. und 7. Juni stattfindet und zum anderen ein besonders Festkapitel, am 11. Juli in der Burgh auf der Feyhöhe.

Der Ritterbund wurde auf Anregung eines Kemnather Handwerkers, Georg Schöpfenstein, gegründet, der anlässlich eines Aufenthalts in Regensburg mit einigen Recken des Pfalzburger Ritterbundes zusammenkam und zu einem ihrer Kapitel eingeladen wurde. Von dem ritterlichen Treiben war er so beeindruckt und berichtete daheim in Kemnath von seinen Erfahrungen.

Es bestanden dort schon seit einiger Zeit Bestrebungen, aufgrund der historischen Bedeutung der früheren Burgh auf dem Schlossberg, eine ähnliche Vereinigung zu gründen. Am 20. Juni 1920 war es dann so weit und der Ritterbund Waldeckh zue Kemenatha wurde ins Leben gerufen. Den Initiator Schöpfenstein wähle man auch zum ersten Großmeister. Erstes großes Ereignis war drei Jahre später ein großes Ritterfest auf dem Schloßberg, dem dann auch die Erbauung der jetzigen Burgh auf der Feyhöhe in Kemnath folgte. Der Bau wurde in Eigenleistung der Mitglieder erstellt, von Adam Märkl ausgemalt und nach und nach mit Tischen und Stühlen in altem Stil ausgestattet. Alte Waffen und Gerätschaften sammelte man und trug so zur Verschönerung der Burgh bei.

Im Herbst 1935 wurde von der damaligen Reichsregierung der Deutsche Ritterbund verboten und damit auch den Kemnather Rittern ein Ende bereitet, die einmalige Chronik musste beim Landratsamt abgegeben werden und ist trotz intensiver Nachforschungen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr aufgetaucht. Für die Zeit bis zur Auflösung war man auf mündliche Überlieferungen angewiesen. Die Ausrüstungsgegenstände wurde von einem Recken in Ölpapier gewickelt und vergraben. Dieser hat das Geheimnis des Verstecks mit ins Grab genommen. Nach dem Krieg diente die Burgh als Flüchtlingsunterkunft und dem Sportverein als Vereinslokal. 1950 wurde der Bund wiedergegründet und die Burgh wieder in Besitz genommen. 1952 erfolgt eine vollkommene Renovierung.

Der Ritterbund ist voll in das kulturelle Leben der Stadt Kemnath integriert und tritt bei besondern Anlässen an die Öffentlichkeit. Ein solcher ist alljährliche Burghgartenfest, das am 6. und 7. Juni in und vor der Burgh stattfindet. Es beginnt am Samstag um 18 Uhr mit dem Bieranstich. Im Laufe des Abends erfolgt eine ritterliche Vorstellung und als Überraschung haben sich die Recken den Auftritt eines Burghgeistes oder Burgfräuleins ausgedacht. Der Burgh- und Bannfrieden wird verkündet.

Am Sonntag ist um 10 Uhr der Frühschoppen angesetzt und ab 14 Uhr bieten die Burghfrauen Kaffee und Kuchen an und auch ansonsten ist für Speis und Trank bestens gesorgt. Überdies kann die Burgh besichtigt werden.
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