Robert Hofmann und LeFloid bereits Internetstars - Web-Video-Preis am 24. Mai
Youtuber sprechen über das Geldverdienen mit Videos

Robert Hofmann in Aktion. Bild: hfz
Robert Hofmann ist ein Durchstarter im Netz. Rund 163.000 Menschen haben seinen Video-Kanal bei Youtube abonniert. Seit drei Jahren stellt er täglich seine Trailer, Filmkritiken und -news bei Youtube online. Mit Erfolg: Über 40 Millionen mal sind seine Videos schon geklickt worden. Für Hofmann reicht das, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Die Einnahmen ergeben sich aus Werbung, die den Clips vorgeschalten oder darin integriert ist. Für Hofmann bedeutet die finanzielle Absicherung eine gewisse Freiheit: „Das macht mich unabhängig. Ich habe die Möglichkeit, sehr viel Zeit in meine Videos zu investieren.“ Das sei sehr viel besser für die Kreativität.

Eigentlich wollte Hofmann Schauspieler werden. Er spielte sogar in einigen Filmen mit. Unter anderem in „Oh Boy“ mit Tom Schilling. Die Schauspielerei ist für Hofmann allerdings kaum mehr ein Thema. Nach und nach habe ihn das Filmgeschäft in Deutschland desillusioniert: Zu wenig Wagemut, viel zu geringe Budgets und Inhalte, die zu vorhersehbar sind. "Es gibt zu wenig Mut zur Kunst, deswegen liebe ich dieses Youtube-Ding mehr", sagt der Berliner.

"Ich liebe Filme über alles"


Mittlerweile widmet er sich daher ausschließlich seinem Youtube-Kanal. „Da ich Filme über alles liebe und was Eigenes auf die Beine stellen wollte, habe ich mit DVD-Kritik angefangen“, erinnert er sich und freut sich, mit seinem Projekt sein „eigener Herr zu sein“. In Youtube zähle die Community: „Es gibt nur euch (den Zuschauer), es gibt nur mich. Ehrlicher kann es nicht sein.“ Das sei wie ein Spiegel, der einem vorgehalten wird: „Das kann zwar manchmal hart sein, trägt aber auch zur inneren Entwicklung bei.“



Als Youtuber pflegt er Kontakt zu den Film-Verleihern. Regelmäßig landen Dutzende von Blu-Rays und DVDs in seinem Briefkasten, die Hofmann kritisieren soll. Weil er ein breites Publikum hat, darf er Filmtrailer posten - ein Privileg, das nicht vielen Filmkritikern im Netz zusteht. Ansonsten versucht Hofmann, die aktuellen Streifen im Blick zu halten. "Ich mache jeden Tag zwei Videos. Das ist schon ziemlich viel. Es ist aber da schon schwer, alles abzudecken, was neu erscheint." Darüber, wie viel Geld er mit seinen Videos generiert, spricht Hofmann nicht.

Pro Minute 100 Stunden Videomaterial


Dabei ist das ein Thema, das viele Jugendliche interessiert. Tippt man "Mit Youtube Geld verdienen" ins Suchfeld, spuckt die Plattform zahlreiche Videos aus (Tipps gibt auch Robert Hofmann; siehe Infokasten). Interessierte finden zig Ratschläge zu Fragen wie: Was ist bei einem Dreh zu beachten? Wie schreibe ich ein Skript? Wie erhöhe ich die Abonnentenzahl? Eines lässt sich aber sagen: Eine allgemeingültige Formel für den Erfolg im Netz gibt es nicht.

Diese Tipps gibt Robert Hofmann für den Youtube-DurchbruchKreativität, eine ausgeklügelte Idee und Leidenschaft fürs Projekt – das sind die Zutaten, die eine Youtube-Erfolgsgeschichte ausmachen. Wer dann noch den Kanal regelmäßig mit sehenswerten Clips füttert, hat zumindest theoretisch das Zeug zum Internetstar. Robert Hofmann rät: „Alles mit Herz, Seele und Liebe machen.“ Es sei egal, ob sich die Videos mit Film, Slackline oder sonst etwas beschäftigen: „Hauptsache es ist mit Leidenschaft gemacht.“ Um bei Youtube richtig durchzustarten, brauche es auch viel technisches Know-How. Die Videos müssen hochgeladen, das richtige Format gewählt werden. Selbst bei der Upload-Uhrzeit gebe es Kniffs und Tricks, mehr Klicks zu generieren. Ein Youtube-Kanal lebe außerdem von der Interaktion. Der Kontakt zu den Abonnenten sei sehr wichtig. Der Tipp vom Profi: „Netzwerke pflegen.“

Aus der Masse herauszustechen ist schwer. Das zeigt schon dieYoutube-Statistik. Laut ihr besuchen jeden Monat mehr als eine Milliarde Nutzer die Plattform. Monatlich werden mehr als sechs Milliarden Stunden Videomaterial angesehen und pro Minute 100 Stunden Videomaterial hochgeladen. Ein Youtube-Star zu werden ist also gar nicht so einfach.

Einer, der es wie Hofmann geschafft hat, ist LeFloid, der mit bürgerlichem Namen Florian Mundt heißt. Er produziert wöchentlich zwei Videos mit Nachrichten, die in erster Linie Jugendliche ansprechen sollen. Sein Konzept funktioniert: Aktuell hat LeFloid knapp 1,8 Millionen Abonnenten. Deshalb erklärte er auf der größten Digital-Konferenz Europas, der re:publica: "Was arbeitest du? Ich bin Youtuber – das kann man tatsächlich sagen." Über seinen Verdienst gibt auch er nichts preis. Bekannt ist, dass er sich über das Youtube-Partnerprogramm finanziert - so wie Robert Hofmann auch. LeFloid verrät: „Mein Kanal trägt sich alleine durch die Werbeeinnahmen.“ In den Youtube-AGB sei geregelt, dass über Einnahmen nicht gesprochen werden darf. Um Geld zu verdienen brauche es vor allem Ausdauer und gute Ideen. LeFloid kritisiert: „Ich finde es schlimm, dass immer mehr Menschen aus dem Boden schießen, die ganz schnell großen Fame und die ganz große Kohle erreichen wollen – ohne eigene Integrität und ohne eine Form irgendeiner Kreativität.“

Die erfolgreichsten Youtuber


Hofmann und LeFloid sind nur zwei der deutschen Youtube-Stars. Die meisten Abonnenten hat die Gruppe Y-Titty, die sich überwiegend mit Parodien einen Namen macht. Auf Platz zwei folgt Gronkh, der sich seine Klicks vor allem über sogenannte „Let’s Plays“ holt. Dabei werden Computerspiele nicht nur gezockt, sondern gleich mitkommentiert und anschließend online gestellt. Aufs Treppchen des Rankings schafft es auch Kontor, der offizielle Youtube-Kanal des gleichnamigem Plattenlabels Kontor Records. Das sind nur die führenden der Top-100-Youtuber in Deutschland.

Youtube ist längst salonfähig, gar keine Frage. Das zeigen die Beispiele Robert Hofmann und LeFloid. Viele Kanäle konkurrieren durchaus mit Fernsehprogrammen. Markus Hündgen, Geschäftsführer der European Web Video Academy (EWVA), erklärt: „Die Qualität der eingereichten Webvideos war in diesem Jahr unglaublich hoch. Ich würde sogar behaupten, sie ist im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich angestiegen. Die Entscheidung über die Gewinner macht das zwar zunehmend schwieriger, dafür aber auch spannender.“ Am 24. Mai wurde deshalb zum vierten Mal der deutsche Web-Video-Preis verliehen. Auf der offiziellen Webseite heißt es treffend: „Die Oscars der Generation Youtube.“ Ein Zeichen, wie wichtig die Internet-Videos heute sind. In der Kategorie VIP siegte 2013 und 2014 übrigens LeFloid: